Weltlage und persönliche Lage

Im Moment habe ich in der Arbeit etwas weniger zu tun als sonst. Zum Teil kommen die Patienten nicht wegen Krankheit, oft weil sie an Corona erkrankt sind. Die Inzidenzen steigen und steigen. Zum Glück sind die Verläufe nicht so arg, aber bei sehr hohen Inzidenzen finden sich am Ende auch mehr schwere Fälle. Ich gehe davon aus, dass ich mich irgendwann auch infiziere, so viel wie ich mit Menschen zu tun habe. Die Weltlage und die tagesaktuellen Nachrichten sind sehr bedrückend. Ich verstehe nicht die Hintergründe des nahenden Krieges in der Ukraine. Sowohl Russland als auch die USA verkünden, dass die Gefahr von den jeweils anderen ausgeht und sie sich lediglich bereit machen durch Aufrüstung und Truppenbereitstellung, falls der andere irgendetwas vorhat. So entstehen irgend wann Kriege, die eigentlich keiner will und in denen es nur Verlierer gibt.  Wie gesagt, ich schau nicht dahinter und finde die Nachrichten dazu nicht wirklich hilfreich. Jetzt kommen die Patienten und ich schreibe nachher weiter.

Der Patient ist gegangen. Bevor ich nach Hause gehe, mach ich den Eintrag noch fertig. Gestern war ich nach der Arbeit bei Florence und danach bei meinem Line Dance Kurs. Beim Tanzen muss ich keinen Schweinehund überwinden, anders als wenn ich schwimmen gehe oder Yogaübungen mache. Tanzen geht von ganz allein und macht mich dann jedes mal glücklich. Deswegen mach ich auf jeden Fall weiter im nächsten Semester. Ansonsten läuft das Leben so dahin ohne große Höhen und Tiefen. Ich bin gerade wieder an so einem Punkt, dass mir ein neues Projekt fehlt. Im Moment fällt mir aber nichts ein. Vielleicht halte ich es einfach mal aus und schau, ob sich etwas ergibt. Das letzte Projekt war die Umstellung auf Intervallfasten. Das mach ich immer noch und find es sehr gut. Das Tanzen war ebenfalls so ein Projekt, was ich jetzt verwirklicht habe. Mein Zimmer in unserer Wohnung zu verschönern, hab ich ebenfalls gemacht. Es fehlt noch mein Arbeitszimmer, in dem ich etwas verändern will. Habe es in Auftrag gegeben und muss warten, bis der neue Schrank geliefert wird. Unseren Urlaub im Mai, den wir in den Marken verbringen wollen, könnten wir langsam mal planen. Das machen wir wahrscheinlich gemeinsam am Wochenende. Ach ja, jetzt wo ich schreibe, fällt mir ein, dass ich ja über ein Sabbatjahr nachgedacht habe, hatte ich schon wieder verworfen. Ich bin gerade ratlos. Irgendwie ist da eine Leere, die ich aushalten muss.

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4 Antworten

  1. Heike sagt:

    Ich stimme in allem zu. Die Sache mit der Leere allerdings kenne ich so nicht, auch nicht die mit Projekten. Heißt das, Projekte helfen darüber vorübergehend hinweg? Wäre der Kontrast zu Leere Erfüllung? Von wo wird sie kommen? Erfüllt Dünnersein? Kann man gegen Leere etwas unternehmen? Wie geht es, sich für etwas zielgerichtet, gar mutwillig zu entzünden? Wie lange hält Liebe gegen Leere vor?

  2. Renate sagt:

    Der Konflikt Russland Ukraine macht mir auch große Sorgen. Das Gefühl etwas Neues machen zu müssen kenne ich nur allzu gut. Oft ergibt sich ganz von selber was, wenn, wie du es nennst, das Projekt die Chance bekommt sich eigenständig, ohne Zwang zu entwickeln.

  3. Beate sagt:

    ich hab versucht mich zum Konflikt mit Russland schlau zu machen über meine Abos Spiegel und Zeit. Die haben letzte Woche mit dem Thema getitelt. Sehr komplex. Ines, ich kann mir so gut vorstellen, dass Dein Projekt „Abnehmen“ sehr befriedigend war: Die Kleider, die schon knapp sitzen, passen wieder wie angegossen. Im Spiegel schaut man viel besser aus. Ein sichtbar passables Resultat. Ich könnte auch eine Kleidergröße weniger gut brauchen, aber dann müsste ich all meine schönen Sachen enger nähen lassen. Seit 5, 10, 15 Jahren passen sie. Macht auch glücklich, ich trenne mich nicht gerne, nicht mal von meinen Klamotten

    • Ines sagt:

      Da muss ich dich korrigieren, liebe Beate. Ich hatte nicht das Projekt „Abnehmen“, sondern „Intervallfasten“. Dabei habe ich überhaupt nicht abgenommen. Das war nicht das Ziel, schon gar nicht eine andere Kleidergröße. Die lange Essenspause von 16 Stunden soll gesund sein und wirkt sich bei mir sehr positiv auf meine Konzentration aus. Ich habe am späten Vormittag nicht mehr so viel Hunger, wie zu den Zeiten als ich noch gefrühstückt habe.

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