2025-06-15-Wieder-in-die-Gänge-kommen nach Schwank-Schwindel – Schwimmsaison eröffnen und „Japonismus“

Nachdem am Samstag vergangener Woche das neue WC eingebaut war – wie geschrieben in fünfstündiger Arbeit (die Kosten gehen auf uns, da die Hausverwaltung es nicht nötig fand) – haben wir Mittag gegessen. Danach aufs Bett gelümmelt und mit Bine telefoniert. Als ich zwischendurch aufstehen wollte überfiel mich der nie gekannte SchwankSchwindel, der zwar in dieser irren Form nur Stunden gedauert hat, aber doch abgemildert solang, dass ich tagelang schachmatt war. So ein Ausfall führt vor Augen, wie schnell und unverhofft es vorbei sein kann. –  Inzwischen hatte ich den Arzttermin, währenddessen ich Logopädie absagen musste – Ausfallrechnung 50,00 Euro.

Inzwischen tue ich alles, um wieder in die Gänge zu kommen. Ein Ausflug nach Tutzing/Feldafing – puh! Am gestrigen Samstag Eröffnung der Schwimmsaison frühmorgens. Das ging sehr gut. Ansonsten ausgiebige Telefonate mit A. –  Eine ehemalige Angehörige – Renate weiß bescheid – hat meine Email-Adresse über Aetas und schreibt… ausufernd. Merkwürdigerweise hat sich auch ein anderer ehemaliger Angehöriger diese Woche gemeldet. –

Ich hatte ja kurrzzeitig diese Japansehnsucht entwickelt – und alles was damit einherging: „Japanisch für Anfänger“; die „Kieferninseln“ (zum 2. Mal), ebenso Bashos „auf schmalen Pfaden durchs Hinterland“ oder Saigyos „Gedichte aus der Bergklause“ liegen da, eignen sich aber wegen unzähliger Anmerkungen weniger zum Vor- als zum nochmaligen Selberlesen, zu schweigen von all den Herrlichkeiten, die mich diesbezüglich ohnehin umgeben. Da ich das Herz auf der Zunge trage und meine Reisesehnsucht, die ich sonst nicht kenne, allseits mitgeteilt habe, stelle ich fest, dass es kaum jemanden gibt, der nicht gerade dort war oder dahin will, ebenso jedermanns zahlreiche Freunde. Michael hört dasselbe von seinen wenigen Kontakten – ein Hype ohnegleichen. Das ist ernüchternd. So werde ich denn doch meine Sehnsucht literarisch, poetisch und durch „Studium“ vertiefen, füttern und befriedigen, werde ohnehin niemals dort das finden, was ich suche – so ging es teilweise schon „meinen“ Dichtern vor Hunderten von Jahren! Diesen Japonismus muss schon der jung verstorbene Bruder Oskar meiner Mutter in sich getragen haben, wie sich in seinen zahlreichen Hinterlassenschaften zeigte. Lollo hat – bewusst oder unbewusst? – den Haikukreis aufgetan (Yuko sagt: Sie war eine wahre Dichterin!) und exzessiv Origami „praktiziert“. Vielleicht ist es auch bei mir ein unsichtbares Band zu den Ahnen, das mich treibt? Ich empfinde innerhalb der DJG, dass Mitgleider teiweise ihr Japanwissen, ihr dort-Gelebthaben vor sich hertragen, es hat etwas Elitäres. Bei manchen Veranstaltungen erlebe ich das, was man heute kulturelle Aneignung nennt – aber es gibt auch kenntnisreiche Menschen, die seit Jahrzehnten dichten, Kalligrafie betreiben, sich auf Japan verstehen, ohne je dort gewesen zu sein. Vielleicht gibt es ein inneres Japan? Nicht dass ich behaupten würde, dessen teilhaftig zu sein – es ist mir bewusst, dass ich das gerade Gegenteil zum „Japanischen“ bin. Aber einen Teil dieser Faszination birgt meine kleine „Bibliothek“.

Bücher über Bücher kommen zu mir – oft weiß ich gar nicht mehr, was ich bestellt habe, wie ich genau auf etwas gestoßen bin: „Lesen als Medizin„. Ganz anders als ein Sammelsurium über „therapeutisches Lesen“ mit Buchtipps für jedes Zipperlein, das sofort in den städtischen Bücherschrank abwandern musste, lese ich darin mit Gewinn über die Leseerfahrung von Literaten, auch die der Autorin, bekanntermaßen ein unerschöpfliches Thema – auch dass oft nicht der Inhalt zählt, an den man/frau sich gar nicht erinnert, sondern die Lesesituation und Gestimmtheit, in der das Buch ins eigene Leben trat. – Heute um 5.00 wachgeworden, wieder früh zum See geradelt, geschwommen – heute leider sehr verkackt von Enten oder Gänsen. Auf dem Rückweg dann wieder Kreislauf – diese schweren Arme, überhaupt diese Schwere, etwas schwarz vor den Augen. Komischerweise vergehen diese Zustände nicht mehr so leicht. Selbst beim Tippen machen die Arme gerade kaum mit. Ich lege mich wieder hin. – Nachtrag: Am Freitag hat Herr Diemer sich ausgiebig mit meinem „Atlas“ beschäftigt – welche Wohltat.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

2 Antworten

  1. Ines sagt:

    Ich höre auch von vielen, dass sie in Japan Urlaub machen und glaube auch, dass du dort nicht dieses innere Japan finden wirst, das es bestimmt gibt. Schwimmsaison fängt an, wie schön, genieße sie so oft es geht. Da soll der Schwindel schön wegbleiben. Und ja, solche Ereignisse wie der Schwankschwindel machen uns bewusst, dass das Leben, so wie wir es haben, nicht selbstverständlich ist.

  2. Renate sagt:

    Das Treffen mit Bettina war der Angehörigen anscheinend nicht genug. Sie wollte mit dir reden und schreibt jetzt ausufernd. Japan, ein Sehnsuchtsort, der literarisch ausgiebig erkundet werden kann. Das der Schwindel so unverhofft kommt, auch länger bleibt, macht große Unsicherheit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert