2026-01-25- Geld- und Zeitverlust durch betrügerische Bestellung – Renates Mutter – VHS, Grünes Zelt + Tolstoi

Donnerstag: Seit vorletztem Samstag geht bei mir die Korrespondenz mit diesem verbrecherischen „Handarbeitshandel“, der die Restbestände einer netten alten „Helga“ wegen Geschäftsaufgabe betreibt. Zuletzt das unverschämte Angebot, mir 20% des Kaufpreises zu erstatten, damit ich die Umwelt nicht durch unnötige Wege belaste! Damit wollte ich mich nicht abspeisen lassen. Doch lieber zurückschicken. Mit Michaels Hilfe – nach all der ohnehin verlorenen Zeit – ca. zwei Stunden mit dem Retourenformular zugebracht. Eine chinesische Adresse hat Tücken, die im Vordruck nur teilweise vorgesehen sind. Nach allen Erklärungen, was genau zu welchem Preis in welchem Format und warum in diesem Päckchen ist (in der Sprache des Ziellandes!!!), für eine Sendung, die 21,99 kostet, kam eine gefühlt 26-seitige Anleitung zur Erstellung einer Zollnummer. Da haben wir die Segel gestrichen. Ich nehme die 20%, zähneknirschend. Selbst im Nachhinein NULL HINWEIS, wohin diese Falle führen würde. Sich Rechtsbeistand zu holen mit vager Aussicht auf Erfolg – das macht wahrscheinlich keiner.

Letzten Sonntag war ich mit euch ganz besonders verbunden. Das trägt immer noch. Lied-Zeilen nicht vergessen bei Gelegenheit! Hinterher mit Beate im Auto besprochen, wie das mit der MeisterInnen-Gruppe weitergehen soll. – Montag Chor, abends Aetas. – Dienstag Susanne getroffen – die Themen gehen nicht aus. Lieblich ist für mich, wohin das Russenprojekt jetzt schon führt – die einzelnen Lektüren bei Renate und Susanne…  Mittwoch nochmal zwei Stunden bei Frau Erschow – sie hat ein persönliches Anliegen. Hinterher hat sie mich mit ausgewählten Büchern beschenkt. Dostojewski-Biografie; Oblomow; Tschechow-Büchlein und Kinderbuch von einem Alexej Tolstoi – eine andere T-Linie. – Donnerstag: Neu besohlte Schuhe (45€!) bei Mr. Minit abgeholt. Ich kann nur mit Ganter-Fiona laufen – die aber sind nicht mehr zu bekommen. – Minen für zwei Montblanc-Stifte unerwartet bei Scheibner – mir wurde erst kürzlich in einem Fachgeschäft gesagt, man bekomme alles nur noch bei Montblanc direkt. So blieb mir diese überspannte Niederlassung in der Maximilianstraße erspart. – Rücksendung einer neuen Notenmappe gescheitert: Postfiliale Winthirstraße dauerhaft geschlossen. – Abends Vernissage in der VHS über die massenhafte Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei nach 1945 – mit fantastischen Vorträgen. In der Schule hat mich das damals nicht interessiert. Heute werden andere Schwerpunkte gesetzt. Betroffenen, die ihre Platte damals immer wieder aufgelegt haben, hat man nicht zugehört. JETZT ist die Zeit.

Freitag Beerdigung von Renates Mutter. Äußerst liebe- und geschmackvolle Gestaltung, Worte und Musik, hinterher Café. Menschen, die wir aus dem Blog „kennen“, nach langer Zeit wiedergesehen oder kennengelernt (Traudl, Willi, Goldi). Eindrucksvoll, diese familiären und sozialen Verbindungen. Gute Gespräche mit Andrea, Micha und Nadine; mit Emilia. Kinder und Kindeskinder haben den besten Eindruck gemacht; rührend, wie Emilia besorgt in Lindas Gesicht schaute… Ergreifende Worte des Heimleiters, mit drei Pflegerinnen (!): unglaubliche Wertschätzung gegenüber Renate und Eva für die „einzigartige Kooperation“. Sie werden die Familie „NIE VERGESSEN“. Ich komme erfüllt nach Hause. – Leider reagiere ich auf die lange Angora-Unterhose allergisch. Abends krebsrot, ich kratze wie verrückt, Beine fleckig, scheckig, schuppig, jucken, brennen. Ich habe noch überfällige Salben aus der Neurodermitis-Ära, versuche es mit der vergleichsweise harmlosen Metrocreme („wie Kortison“) – lese bei näherem Hinsehen „Rosazea“, das ist natürlich Quatsch! Wenn es nur nicht gleich eskaliert.

Sa-Tag mit fantastischen „grünen Zelt“ verbracht. Abends (nach Festmahl) „einen russischen Sommer“ angeschaut über Tolstois letzte Monate – etliche Übereinstimmungen mit meinen biografischen Informationen. Beiträge verschiedener Schauspieler zu ihren Rollen usw. Der Regisseur hat nach der Lektüre des zugrunde liegenden Buches 16 Jahre verstreichen lassen, dann nach Lesung mehrerer Tschechow-Stücke das Drehbuch Wort für Wort verändert, musste seine Wunschbesetzung umdisponieren (Helen Mirren). Soviel Vorarbeit, dazu kamen wunderbare Zufälle. Natürlich fruchtet der Film bei mir jetzt anders als beim ersten Ansehen um 2010.

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3 Antworten

  1. Beate sagt:

    So, wie Du Anteil nimmst , Beistand leistest- es ist so schön davon zu lesen. Ich habe es ähnlich erfahren, als es bei meinem Vater soweit war, das erinnere ich mich sehr gut.
    Auch ich wollte früher nichts von Vertreibung wissen, die jährlichen Sudetendeutschen Treffen ein Graus, auch die bittere Haltung meiner Eltern. Es hat sich viel gedreht, viel Aufarbeitung wurde geleistet. Gemeinsame Projekte von Bayern und Tschechen, nicht zuletzt das Museum in Usti nad Laben, mit dessen Gründungsdirektorin ich eine Zeitlang in Austausch stand, ist ein ein Baustein davon

  2. Ines sagt:

    Es ist schwer, sich nicht schwarz zu ärgern über diesen online Betrug. Ich hoffe, du schreibst irgendwo eine vernichtende Kritik. So schön, wie du die Trauerfeier von Renates Mutter beschreibst, die Gesichten zu den Namen aus Renates Blog würden mich auch interessieren. Der Film Russischer Sommer passt ja hervorragend zu deinem aktuellen deep dive in die Ruusische Literatur.

  3. Renate sagt:

    Neue Montblanc Mine, neue besohlte Schuhe, kleine Freuden. Dagegen der Betrug mit den Taschen. So eine Sauerei. Im Netz zu kaufen wird immer mehr zum Wagnis. Wenn es warm wird, wie im Cafe fängt Angora anscheinend an zu jucken.

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