Trauerfeier und Beisetzung von Mama
Neben Yoga und Fitness, neben Blumen holen für das Kränzchen für die Urne oben, lag der Fokus in dieser Woche ganz auf der Trauerfeier und der anschließenden Beisetzung. Micha, Nadine und Eva holten mich ab. Viel zu früh waren wir am Nordfriedhof, bei eisiger Kälte. Linda mit Familie waren auch schon da. Hinter der Aussegnungshalle versammelten sich alle in der Sonne. Die Trauerfeier haben Eva und ich lange, und, immer mit Blick auf Mamas Vorlieben geplant. Die Trauerrednerin hat das Wesen von Mama in ihrer Rede gut erfasst. Manches was sie auch noch ausgemacht hat, haben wir aus Respekt und Achtung vor Mama der Trauerrednerin nicht mitgeteilt. Die Musik von Brahms und Händel ergänzte die Worte von Frau Frank. Die Sonne schickte, wie damals bei Pa, durch das Fenster in der Kuppel ihre Strahlen. Das hätte Mama gefreut, die Sonnenanbeterin. Ich hatte die Idee, mit dem letzten Musikstück, „In the mood“ von Glenn Miller, die Aussegnungshalle zu verlassen. Die Trauerrednerin bereitete das durch ihre Worte, … Hilde hat so gern zu dieser Musik getanzt, vor. Das war stimmig, passte gut zu Mama, war auch gleichzeitig eine Reminiszenz an Pa, der Swingjazz liebte und gab der Feier einen leichten Schwung. Vom Pflegeheim waren drei Assistentinnen, die Stationsleitung und der Heimeiter gekommen, was wirklich ungewöhnlich ist, bei der kurzen Verweildauer von Mama in dem Heim. Herr Scholz, der Heimleiter, hielt am Grab eine Rede. Mit Stufen von Hesse, vorgetragen von Frau Frank, ging die Beisetzung zu Ende. Durchgefroren kamen wir im Cafe an. Leider konnten Mamas einzig überlebende Brüder aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen. Über das Kommen von Heike und Traudl und auch einiger nicht erwarteter Gäste habe ich mich sehr gefreut. Gestern in einem Telefonat mit Heike, bei dem es um die Geschwister von Mama ging, bin ich die Geburts-und Sterbedaten von Mamas Familie durchgegangen und habe gesehen, dass die Mutter von Mama am 29.11.1955 verstorben ist. Für Mama war der frühe Tod ihrer Mutter, mit 47 Jahren, ein Leben lang ein nicht zu überwindender Schmerz. Heute kam Inge zu Besuch. Wir hatten ein wirklich gutes, intensives Gespräch. Ein sehr schöner, gemütlicher Nachmittag. Draußen kehrt der Winter zurück.
Es ist schön, alles noch aus deiner Perspektive zu lesen. Es wird überdeutlich, wieviel die Vorbereitung mit der Verarbeitung, das Gespräch mit der Trauerrednerin mit dem Leben eurer Mutter zu tun hat. Ein Meilenstein zur Gestaltung von Erinnerung – vorbildhaft für die kommende Generation. – Auch die Beziehung mit Inge scheint an Tiefe zu gewinnen.