20-04-01-CoronaTagebuch
Erste Morgensonne taucht Baumkronen und Dächer ins Licht, Himmel makellos, als wenn nichts wäre. Hin und wieder denke ich an Tschernobyl, die unsichtbare Gefahr. Die aber war weitreichender bis beinahe in Ewigkeiten, die Folgen noch abstrakter. Um die Ausgestorbenheit im Hospiz zu nutzen will Gregor streichen lassen. Der Maler rückt mit seinen Reden, aber auch leiblich, auf die Pelle, fasst alles an. Wäscht bestimmt nicht seine Hände. Nach 3x freundlich sagen habe ich ihn angeschrieen: Abstand halten! Mich macht wütend, dass ich mich dauernd desinfizieren soll, nicht zu den anderen darf, als sei ich gefährlicher als der alle Grenzen überschreitende Maler. Lieb gemeint, aber ich brauche keinen Anstrich jetzt. Außerdem ist mit den anderen auch das Essen weg und die Lokale ringsum zu. Wir verhungern beinahe oder müssen uns angewöhnen, etwas mitzubringen.
Was soll ein Anstrich? – Es geht ums Weiterleben – Für mich passt das nicht.
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