Montag zur Mittagszeit
..eine sehr unruhige Nacht habe ich wieder einmal hinter mir! Ich bin dauernd aufgewacht, aufgestanden, habe mich wieder hingelegt und nachgedacht, mir Sorgen gemacht. Gestern Abend noch ein langes Telefonat mit Rainer. (Wir reden immer stundenlang, das kenne ich sonst nur mit Freundinnen in früheren Zeiten. Inzwischen bin ich schon genervt, wenn das Telefon klingelt, aber zur Zeit ist ja ohnehin alles anders.) Er erzählte also von seinen Fahrten quer durch Bayern, von seiner Arbeit als Fotograf, von seinem Konzept, wie er seine Fotos verständlich macht. Gegenüberstellungen, Kontraste, die miteinander in Dialog treten.
Nächtens mache ich mir genau darüber Gedanken. Wenn ich ehrlich sein soll: ich vermisse seit Jahren ein Gegenüber, einen anderen Pol, der mit mir in ein Spannungsfeld tritt, aus dem heraus sich etwas kreatives Neues in mir entwickeln kann. Es liegt an mir selbst. Wo bleibt der Mut, herausfordernd, unbequem, fragend provokativ zu sein? ich habe dieses Gegenüber stets vermieden, bin selbst nie „Pol“ geworden. Meine selbsterwählte Rolle war stets eine andere und die hat unglaublich viel Distanz zwischen mir und der Welt geschaffen. Die Suche nach Harmonie ersetzen durch Provokation – bin ich das ?auch ?
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