Mittagsgedanken
…heute bin ich mit einem edlen Vorhaben aus dem Bett gestiegen: Schnell Tee trinken und das Zimmer ein wenig herrichten für meinen Gymnastikraum. Um 9.00h dann Zoom mit Gabi Dorfner zur Pilatesstunde.
Gabi kenne ich seit der Kindergartenzeit meiner Tochter Sirena und schon damals war ich in Ihren Gymnastikkursen, damals wie heute voller Bewunderung für die anderen Teilnehmer, die um so vieles gelenkiger, sportlicher, anmutiger dabei sind.
Heute sah ich die anderen nicht, nur Gabi, die mit geschmeidigen Bewegungen wie eine Katze die Übungen vormachte. Und sie sah mich und ertappte mich zweimal beim Schummeln. Es gab aber große Vorteile durch das Zoomen: ich blieb am Ball, und niemand hörte mein Ächzen und Schnaufen.
Als die Stunde vorbei war, habe ich erst mal drei Brote verspeist.
Gerade fühle ich mich körperlich recht wohl, besser als nach den unzähligen Stunden, die ich häufig lesend im Bett verbringe…
Wie sowas wohl geht? Sehen und gesehen werden? Ist Gabi die, deren Mann damals beim Drachenfliegen verunglückt ist? Ein edles Vorhaben, super! Schade eigentlich, dass man dabei gesehen wird. Sonst würde ich vom Bett aus mitmachen.
Gabi ist die, deren erster Mann von einer Lawine überrollt wurde. Sie stand als sehr junge Frau mit zwei kleinen Kindern da. Marietta ging mit Sirena in der Muspillistraße in den Kindergarten
Als Gabi nach einer gefühlt sehr langen Zeit wieder unter Menschen ging, lernte sie einen Brasilianer kennen, der sie mit Zwillingen im Bauch sitzen ließ. Damals schon ging ich zu ihren Gymnastikkursen. Der Kontakt brach ab, als Alina sehr klein war, also vor 20 Jahren. Vor Kurzem hat sie sich bei mir gemeldet und wir trafen uns beim Inder. Sie gibt immer noch Kurse.
Erst die Bewegung, dann das Brot.
Bravo, dass du dabeigeblieben bist