Dranbleiben
Heute früh fiel mir ein Text von Blaise Pascal in die Hände:“das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen“…..Tja! Wäre die Zuhausebleibepflicht nicht über uns gekommen, wäre ich bis jetzt schon wieder schön durch die Welt gegondelt, dienstlich und privat, hätte das Glück in meinem Leben ein weiteres Mal genau darin gesehen, dass ich mich im Anderswo aufhalte, vorübergehend, für kurze Zeit, um danach erfrischt in mein Zimmer zurückzukehren, das ich nach kurzer Zeit bald wieder unerträglich finden würde der Unruhe wegen. Und dann geht das ganze Spiel von vorne los..
Jetzt, wo alles anders ist, Daheim bleiben angesagt ist, sehe ich so viel Neues: Wie schön doch meine Wohnung ist mit allem Licht, das durch die großen Fenster kommt. Im Laufe des Tages schaue ich oft in den blauen Himmel und ich sehe am Abend die Sonne rot im Westen untergehen. Bäume im satten Grün vor den Fenstern.Viele kleine Vögel in den Bäumen, die morgens laut zwitschern und mich wecken, weil ich bei offenem Fenster schlafen. Mein Balkon, auf dem ich liege und lese und Tee trinke. Langsam wird der Drang, woanders hin zu ziehen, nach Weilheim, nach Augsburg, schwächer. Ich habe es doch gut hier, es muss doch reichen!
Dranbleiben, an dem, was ist. Hinnehmen, dass das Leben, das ich mir aufgebaut habe, doch viele Möglichkeiten birgt, sich weiter zu entfalten. Weitere Brüche sind nicht geboten. Dankbar werden. Bescheiden werden. Unzufriedenheit versöhnend begegnen.Gesund bleiben.
MEIN ganzes Unglück rührt daher, dass ich nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermag. Grad übe ich…..
An dir kann man ablesen, dass die äußere Bewegungseinschränkung den Geist in Bewegung bringt. Das erscheint mir wichtiger als das ewige Herumgegondel, was den Menschen eher von sich selbst entfernt.
Uiii. Beate! Ich seh dich aber auch gern im Bett. Aber das ist wirklich so schön mit den Vögeln, dem Himmel. Nicht wie bei Janosch, wo das Glück in der Ferne liegt und der kleine Bär – oder wer war es – immer gleich wieder aufbrechen musste, weil die Ferne nicht mehr fern war, wenn er angekommen war.