Augsburg

Mein Freund Rainer ist in den letzten Wochen durch die Gegend gefahren, um die menschenleeren Straßen Bayerns zu fotografieren. Gestern war auch ich nach gefühlt vielen Wochen mal wieder in einer anderen Stadt. Augsburg: Da bin ich mit meiner Cousine nach der Wohnungsbesichtigung ein Stück weit an der Wertach lang gegangen und hinein in die Innenstadt.Menschenleer war es bei Weitem nicht. Die Leute saßen mit gebührendem Abstand zueinander auf Bänken, vor Brunnen oder am Boden.  Eine Demo von Leuten, verteilt auf dem Platz, die mit Plakaten darauf hinwiesen, dass unsere Grundrechte in Gefahr seien. Lediglich ein einzelner Polizist stand auch dabei und unterhielt sich mit einer kleinen Gruppe Demonstranten. Eine ältere Dame wollte den Platz überqueren, blieb bei uns stehen und fragte, was hier denn los sei. Wir plauderten kurz mit ihr. Am Rand des Platzes sah ich die Maklerin wieder. Sie hatte ihre blasslilanen Hackenschuhe und ihr Jacket in gleichem Farbton gegen Ballerina und Pulli eingetauscht und sah gleich etwas sympathischer aus. Barbara und ich  genossen es sehr, dass wir uns nach vielen Wochen endlich mal wiedersehen konnten. Der Anlass war willkommen, endlich mal aus München herauszukommen. Unbeschwerte Geselligkeit gab es aber auch hier nicht: Die Abstandsregelungen wurden mehr oder weniger eingehalten, sie schwebten zumindest als dauerndes Postulat im öffentlichen Raum. Lange Schlangen vor Starbucks beim Kaffee holen oder vor den geöffneten kleinen Geschäften. Öffentliche Toiletten geschlossen. Am Abend mal wieder mit Rainer diskutiert. Gefahr für unsere Demokratie? Ich sehe sie nicht, will aber wachsam sein.

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Eine Antwort

  1. Heike sagt:

    Da hat sie sich solche Mühe gegeben, was herzumachen…herrlich.

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