20-04-27-CoTaBu-Vorleseglück und das Wort „poetisch“

Ungewohnt, Wolken zu sehen! Vom Rauschen morgendlichen Regens wachzuwerden gehört in den Bereich Kindheitserinnerungen. Dennoch, was für ein Genuss, einfach aufs Rad steigen zu können, Tag für Tag. – In mir klingt ein wunderschöner Sonntag nach. Früh die Fledermäuse zu Ende gelesen, dann mit Michael spazierend Dinge des Lebens besprochen; mit ihm zu Mittag gespeist. Zu Haus herumgegammelt, über Zeitung eingeschlummert. Eben noch rechtzeitig aufgewacht, um zur Vorlesestunde mit Beate am Friedhof zu kommen. Wichtige Dinge vorher telefonisch erörtert, so konnten wir ausgiebigst lesen. Paradies! So viel gelacht! – Es war kühl geworden; Beate ist dann gegangen und ich habe noch Gräber gegossen. Im Begriff zu gehen Petra, die Sängerin mit dem Turban getroffen (die beim Haikudichten im Hospiz und jahrelang in der Schreibgruppe bei Aetas war). Seit 11 Jahren hat sie ihren Mann ganz in der Nähe und wir haben uns noch nie getroffen. „Ihr“ Grab wie ein Märchenort mit Haselbäumchen, Steinen, magisch-symbolhaften indianischen Beigaben; Kräutern. Und was sagt sie zu Simons und Peters: es sei so poetisch!! Das hatte die Zeichenlehrerin über meine Zeichnungen auf der Fraueninsel mal gesagt, die Auslegung sei poetisch. Derart beflügelt schob ich mein Rad neben ihr bis nach Haus – noch ein wahrhaft magisches Gespräch. Am Schluss Gesang der Fledermäuse bei Frau Cousin nachbestellt. Zweimal habe ich die Woche den Satz gehört: wenn man so jemanden zum Lesen hat…im Sinn von : wer hat das schon? Ja, das ist wahrhaft ein Glück.

Teatime am Brunnen. – Vorlesen mit open end – ein Glück auf Erden.

 

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Eine Antwort

  1. Renate sagt:

    Da kann der Montag dir nichts mehr anhaben, nach diesem erfüllten Sonntag.

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