Masken, lächerliches Bild

Noch beflügelt von diesem Sonntagabend, reich beschenkt durch köstlichen,  lustigen Lesestoff in wunderbare Sprache gekleidet, übersetzt, schwingt das Gefühl noch lange in den nächsten Tag hinein. Ich habe viel zu tun, wochenlang war ich meinem Schreibtisch im Büro am Arabellapark fern geblieben.

Sitzung. Die beiden Jungs, grad mal 30 Jahre alt, wollen Unmögliches unserem Direktor abverlangen. Geld, Ruhm, weich gebettet wollen sie die Zumutung, fast jeden Tag zur Arbeit nach Augsburg fahren zu müssen, entschädigt bekommen. Vor allem der eine von beiden sitzt da, verkrampft sich, ich merke ihm an, er will sich um jeden Preis durchsetzen, aber er hat Unmögliches im Kopf. So sitzen wir da, in zwei Meter Abstand, Fenster offen, mit lächerlich dicken bunten Masken vor Nase und Mund, den Männern springt erst schier Feuer  aus den Augen in dem Bemühen, zu überzeugen. Es gelingt nicht. Ich denke mir, die Jungs müssen nicht nach Sibirien. Es ist nur Augsburg. Sie sind beide ungebunden. Sie können eine Arbeit mit großer Kreativität und bestem Gehalt und Gestaltungsräumen doch nicht wegwerfen, nur weil die Monatskarte 220 Euro kostet! Und dann die lächerlichen Masken und drüber die wilden Augen. Ich fange an zu husten, hatte überhaupt den ganzen Vormittag schon Halsweh. Ich sollte mich doch wärmer anziehen. Will heim, es ist schon spät und langsam werde ich auch ein wenig wütend auf die Jungs. Dies Ansprüche! Dieser Größenwahn. Sie sind jung, so jung.

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Eine Antwort

  1. Heike sagt:

    Beate, das ist herrlich! Absurd, ärgerlich, grotesk! Sie müssen nicht nach Sibirien. Übrigens habe ich gerade, bevor ich den PC runterfahre, bei den Entwürfen richtig mitzählen können, vor wieviel Sekunden das letzte mal geändert. Auch ich bin übrigens immer noch glücklich.

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