Schreiben vom Erzählen

Wir kennen es alle: Die Vergangenheit wird wieder lebendig in der Erinnerung, die wir teilen,, aber auch, wenn ein Anderer von seinen Erlebnissen erzählt…. So habe ich heute früh begonnen, meinen Abschnitt über den Stellenwert von Zeitzeugengesprächen und von bildender Kunst einzuleiten. Ich werde sicher noch alles neu und sachlicher formulieren, aber es soll doch ein Artikel werden! Kein wissenschaftlicher Aufsatz. Ihr seht, ich habe Hemmungen, Schreibhemmungen. Gestern habe ich nur gelesen und Stichworte aufgeschrieben und ein schlechtes Gewissen wegen übler Faulheit und wegen meiner üblen Laune gehabt. heute die rettende Perspektive: ich schreibe einfach das auf, was mir durch den Kopf geht und lasse mich nicht von irgendwelchen Zentrifugen beeindrucken. Ach Heike, ich wünschte, ich hätte Deine Schreibwut! Der spontane Impuls scheint mir das Wichtigste zu sein. Er ist grad sehr klein vor dem Riesenberg der perfekt sitzenden Sätze, der neuen, spannenden Aussagen, dem überzeugenden Aufbau, dem Neuen, das es zu formulieren gilt. Gottseidank habe ich noch Zeit…

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2 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Ach Beate. Z.B. schreibe ich wöchentlich an unsere Ehrenamtler. Jeden dieser Briefe würde ich sofort „veröffentlichen“. Letzte Woche war der Kreis ein anderer, deutlich größerer—nicht die ganze Welt. Da habe ich dann den ganzen Tag und noch einen halben herum gedoktert, teilweise im Schlaf vor mich hingetextet. Furchtbar. Aber wenn es ganz schlimm wäre: ich hab natürlich auch was auch zur Überwindung der Schreibhemmung. Was mir am meisten half, als meine Potsdamer Schreibkollegin sagte. Es geht immer anders. Es geht auch immer besser. Mein Manko: ich will dann alles zeigen, was ich kann und habe und verkrampfe dann. In diesem Sinn: viel Glück.

  2. Heike sagt:

    Beate, was mir noch einfiel, vielleicht banal, aber sicher wahr und auch nicht unsinnig im Bezug auf die Zeitzeugen, die bald nicht mehr sprechen werden. Rosemarie Welter-Enderlin schrieb in einem Buch „Wie aus Familiengeschichten Zukunft entsteht“: „Erzählen und Gehörtwerden besänftigt sie Welt.“ Mir ist dieser Satz wichtig, gerade nicht nur das Reden, sondern das Gegenstück dazu und ich habe ihn im Sinn, wenn ich arbeite, aber auch wenn ich lese, was du gesade schreibst.

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