Mobilität

In den letzten Wochen hieß es immer: Zur Zeit gibt es keine Dienstreisen. Also zum Privatvergnügen an die tschechische Grenze fahren, denn der Termin in Flossenbürg war schon fest vereinbart. Kein Problem. Aber es fühlte sich doch falsch an. fast so, als würde ich Verbotenes unternehmen. Dann kam am Freitag der Anruf: Ich kann einen Antrag stellen, ab nächster Woche sind Dienstreisen wieder genehmigt.Verordnete Einschränkung ist weitgehend aufgehoben.

Es war ja wie ein Paukenschlag. Kontakte plötzlich verboten, ein entsprechendes Regelwerk wurde aufgestellt. Die Medien hatten nur mehr EIN Thema: Corona. Schier über Nacht war alles anders. Ich wollte vor allem mit Vernunft der neuen Situation begegnen. Und es gab auch positive Seiten: Solange ich mich im Umkreis meines Zuhauses bewegt habe, habe ich von einer gewissen Entschleunigung profitiert. Eigentlich war ich schon lange nicht mehr so faul gewesen wie in den ersten drei Wochen des Lockdown. Meine lästigen Ohrgeräusche verflüchtigten sich, ich konnte morgens noch mal ein wenig schlafen, der Tag war nicht durch den straffen Ablauf bestimmt, den ich schon seit geraumer Zeit als belastend empfinde. Doch zunehmend wurde darüber das Lebensgefühl fade. Verordnete Einschränkungen sind auf die Dauer bedrückend.

Jetzt also darf man sich also wieder bewegen, sogar Dienstreisen machen. Viele Verbote sind aufgehoben. Mobil sein, wie wir das von früher kennen, dürfen wir deshalb noch lange nicht. Im Kontakt mit anderen Menschen sind so viele Einschränkungen geboten! Diese Einschränkungen machen wütend, hilflos, vergiften private Kontakte, das öffentliche Leben, machen viele behinderte und viele alte Menschen unglücklich, weil sie die Welt nicht mehr verstehen, wie sollten sie auch? Eine Demo heute in der Altstadt von Freising und an vielen anderen Orten: Die Bewegung 2020 formiert sich überall. Es ist nicht nur die Wut über die Einschränkungen der letzten Wochen, es ist auch die Befürchtung vor einer Knebelung des freien Lebens in der Zukunft, die die Leute auf die Strasse treibt.

 

 

 

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Eine Antwort

  1. Heike sagt:

    Du sprichst mir aus der Seele. Und das Phänomen Wut finde ich denoch erstaunlich. Ich spüre es an mir, viele sprechen davon, unterschwellig zehrt es seelisch aus, Wut als permanentes Gift, aber auch als Weckruf, als Warnsignal. Dass die Bewegung 2020 heißt wusste ich nicht. Ich brenne darauf, dir mein Schreiben an die Regierung vorzulesen, leider peinlicher Weise an die Regierung OBB geschickt. Michael sagte, es sei die Bayrische Staatsregierung. Naja, sie werden es schon weiterleiten, ich sage ja, bitte an Herrn Söder.

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