20-05-14-CoTaBu-Masken – Irritationen für Haut, Ohr und Verständnis

Mit Renate festgestellt, dass Mundschutz Spuren hinterlässt. Der Gummi an den Ohren kann noch so weich sein, auf Dauer drückt er; sogar begann der Kopf zu schmerzen. Die Haut im Gesicht mittlerweile irritiert, fast wund. Seien es die papierenen Mundschütze wie der blaue von Michael oder der grüne im Hospiz, seien es die Trachtenstoffmasken von Cornelia oder die der Kollegin aus der Palli: Jeder stellt eine eigene olfaktorische Herausforderung dar. Ich fühle mich an den Duft von unseren vielen Besucherkindern früher erinnert, jedes hatte einen anderen; ganz besonders, wenn sie ihre frisch gewaschenen Schlafanzüglein ausgepackt haben. Jede Familie, jeder Haushalt riecht anders, selbst wenn das geiche Waschmittel benutzt wird. – Oft ziehe ich den Mundschutz ans Kinn, was man nicht soll; ich halte es nicht anders aus. Jede Anstrengung, jedes Wort, jede Seelenregung ist an an der Atmung spürbar und durch den Mundschutz sichtbar. Die gestrige Besprechung in der Palli: alle soweit voneinander entfernt über den Riesenraum verteilt. Ich habe schlecht gehört, weil die Stimmen gedämpft sind, die Mimik nicht abzulesen ist und man ohne Mundbewegung bei einer größeren Gruppe nicht checkt, wer gerade spricht. Da fällt meine Schwerhörigkeit wieder mehr auf. Was gesprochen wurde, musste ich auf mich beziehen und konnte nicht einfach nur milde nicken, weil solang ich da bin nur die Belange besprochen werden, die sich ans Hospiz und somit an mich richten. Überhaupt fängt die Sitzung mit mir an, danach gehe ich. Fällt eine scherzhafte Bemerkung, verstehe ich sie akustisch schlecht, bin ich orientierungslos, woher die Stimme kommt, kann das ganz schön begriffstutzig rüberkommen. Auch stelle ich fest, dass sich bei manchen durchaus Mimik oberhalb der Maske abspielt, bei anderen nicht. Bei mir offenbar auch nicht, denn wenn ich lache, lacht keiner mit. Oder sehe ich es bloß nicht?

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3 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Wahnsinn, was die Gesichtsmasken ausmachen. Das Richtungshören, das Ablesen von den Lippen und die Mimik der anderen, alles wird schwieriger. Das ist auch bei mir so, obwohl ich noch nicht schlecht höre (war vor kurzem wg. Tinnitus mal beim Hörtest ) Ich bekomme zudem so schwer Luft und atme zu viel CO2 wieder ein. Ich kann mich auch nicht wirklich an die Maske gewöhnen.

  2. Beate sagt:

    ich hätte nicht gedacht, wie irritierend Masken sein können, wie wichtig das Zusammenspiel von Mimik, Sprache und Blick für die Verständigung dessen ist, was wir äußern. Mich nerven die Masken kolossal. Außerdem: Es hieß doch immer, wir schützen die Anderen durch das Tragen einer Maske, aber wir werden durch unsere Maske nicht geschützt. Versteht Ihr, WARUM ?

    • Heike sagt:

      Ich glaube, weil sie als Spuckschutz dienen, aber nicht jede Maske den hohen Standard erfüllt. Während ich es schriebe, merke ich, ich plappere auch nur nach. Beate, schaust du in die Emails?

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