Dicke Tinte und Referat

Heute saß ich mit Rainer in seinem Garten in der Sonne. Ich hatte schon einige Anläufe genommen, endlich dieses Interview mit ihm zu machen, das ja das Kernstück meines Artikels bilden soll. Heute mußte es endlich mal stattfinden… so geht das schon,  seit ich ihn nach 45 Jahren wiedergesehen habe: Wir haben so viele Themen, das wir stundenlang reden, ohne zu merken, dass die Zeit vergeht. Aber heute war ich mit der Absicht gekommen, ihn mit Aufnahmegerät und Stift und Block festzunageln. Und es gelang mir. Ich habe alles festgehalten, ich kann morgen beginnen, es abzutippen. Was er zu erzählen hatte, hatte alles Hand und Fuß, klang sehr interessant – ich bin gespannt, was ich draus machen kann. Dicke Tinte. Wunderbare Nähe, die einfach da ist. ich bin so erfüllt davon, meinen alten Freund und Nachbarsjungen wiedergetroffen zu haben und ihn so gerne zu mögen. Ich habe ihn zum Abschied umarmt.

Am späten Nachmittag kam Bernhard vorbei (er ist Alinas Vater). Alina hatte uns darum gebeten, ihren Vortrag anzuhören. Es ging um Sprachentwicklung und Sprachfamilien, sie war mächtig stolz, weil sie lange daran gearbeitet hatte, mit Handout und PPP. Für sie war es eine wichtige Angelegenheit, uns ihn vorzutragen. Bernhard und ich gaben unseren Senf dazu und ich schaute meine Tochter an und dachte, wie jung sie ist, wie begeistert, wie steht sie mit Enthusiasmus und voller Zuversicht da, wiegt sich in der Gewissheit, dass ein gutes Leben vor ihr liegt, wenn sie nur den Weg beschreitet, den sie gerade plant. Alina, die weit davon entfernt ist, gesellig zu sein, hat in den letzten Monaten der gebotenen Isolation nichts vermisst. Ihr Freund war viel da, ihren Vater sah sie häufig und das Leben mit mir war so, wie ich es schon ein paar Mal beschrieben habe. Auch sie will endlich aufbrechen, wegziehen von München und das Nest endlich verlassen, aber solange ich den Großteil der Hausarbeit erledige, ist es für sie recht praktisch, unser Zusammenleben…

 

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