20-05-18-CoTaBu-Was mich seelisch impft und was mir schadet
Als ich gestern heimkam nach erfülltem Tag mit Thomas` Rechenschaft über die Hoffnung, Fisch mit Michael im Garten, Schreiben am Friedhof in perfekter Sitzordnung, da hat eine Kleinigkeit gereicht, mich in Aufregung zu versetzen. Der Steuerberater hat gemailt, dass die Zuständige am Finanzamt nun schon zum zweitenmal weitere Beweise für Jakobs Leben in Rotterdam fordert. Ich habe gleich losgeschossen wie eine Irre. Zuerst war der vorläufige Bescheid übern Haufen, weil ich vergessen hatte, meine mit Jakob gemeinsame „Erbschaft“ von Simon anzugeben; wenige Tausend Rest-Euro, die ich ihm vorher selber überwiesen hatte aus Lollos Hinterlassenschaft, selbstverständlich ordnungsgemäß versteuert und ein Bruchteil dessen, was eine Beerdigung kostet. Bescheinigungen für Jakob, dessen Studien- und Gemeindebescheinigungen längst dort liegen. Ich drehe durch vor Wut: der Staat lässt sich um Milliarden von Steuergeldern betrügen und muss sich an mir Kleinverdienerin profilieren und mich schikanieren? Das neuerlich geforderte Formular ist deutsch, (holländisch liegt es vor), die Behörde dort natürlich derzeit geschlossen. Brauchen wir jetzt noch ein Übersetzerbüro? Was aber auffällt ist mein Nervenkostüm. Mir ist, als hat es nicht nur Schaden genommen, sondern als träte ein Verzögerungseffekt ein. Manches kommt jetzt zu Tage, was vor zwei Jahren zerrissen ist. Mir ist bewusst, dass ich von Natur aus zu Rage neige. Aber jetzt genügen Kleinigkeiten, um herz-kreislaufmäßig zu entgleisen. Auf die Liste dessen, was mir guttäte muss noch dringend: Händedrück; Schulter an Schulter sitzen; soviel Vogelgesang und Grün wie möglich; barfuß auf Waldboden gehen. Mich so aufzuregen ist zu ungesund – wie man heute täglich hört – unverhältnismäßig. – Heute verzichte ich aufs Frühstück und lege erst später los zu essen. Es muss etwas geschehen.
Mit nackten Füßen – Moos und Wurzeln berühren. – Schritt für Schritt atmen.
Ob in der aktuellen Situation das vorher getankte Grün der Bäume oder das Gefühl des barfuß laufens abrufbar ist? Ich wünsche es dir, denn wie du schreibst, sich so aufzuregen schadet der Gesundheit.
Nur kann man aus seiner Haut?