Weisse Kiesel Isarstrand
Katharina hatte gestern ausgiebig mit ihren Töchtern und deren Männern gefeiert. Sie hatte Geburtstag. Heute in der Früh rief sie mich an, ob wir zusammen radeln können? Da mein Fahrrad immer noch in der Werkstatt ist, schlug ich ihr einen Spaziergang vor. Jetzt erst bin ich heimgekommen! Wir starteten beim Kloster Schäftlarn, liefen durch den Wald bis zum Ickinger Stausee. Das Licht in den Bäumen, der weiche Waldboden- es war so schön, einfach zu laufen und dabei zu wissen, dass es ein langer Weg werden würde, dass es immer so weitergeht. Viele Vögel zwitscherten in den Bäumen. Nur selten kamen uns Leute entgegen.So genoß ich das Laufen, wie schon lange nicht… es war schier meditativ. Dann die Abschnitte am Isarstrand. Weiße Kiesel in der Sonne.Paradiesisch, und das an Christi Himmelfahrt!
Die Coronakeule traf uns, als wir in der Klostergaststätte ankamen. Eine lange Schlange Wartender, gestresste Kellner und Kellnerinnen, die mit Mundschutz durch die Reihen liefen. Ich wäre gerne heim gefahren, aber Katharina hatte Hunger. Deshalb stellte ich mich weiter in die Schlange. Katharina setzte sich auf einen Stuhl, weil ihr die Füße weh taten. Von diesem Stuhl wurde sie gleich wieder vertrieben, aber ein anderer wurde ihr gebracht und neben die anstehende Schlange gestellt. So ein Biergarten, in dem die Tische so weit auseinander stehen- daran musste ich mich auch erst mal gewöhnen.Eigentlich mussten wir dann nicht allzu lange warten. Wie ich es verstanden habe, gibt’s einen Menschen, der bedient. Der darf aber nicht in die Küche. Wichtig ist, dass am Anfang, wenn die neuen Gäste kommen, der Tisch giftig desinfiziert wird (wehe, Du sitzt zu nah an der Wolke!!!!). Dann gibt es noch Leute, die abräumen und weitere Leute, die kassieren. Ich komme mir schon vor wie Aiwanger mit den Brathendln oder wie bei Maischberger, als er die Sitzordnung am Biertisch beschreibt. Ist ja auch befremdlich. Jedenfalls: Das Essen kam ziemlich kalt auf den Tisch, schmeckte aber gar nicht schlecht. Ich beobachtete die Bedienungen, sie schienen immer noch sehr gestresst zu sein. Klar, neue Abläufe, weniger Gewinn.Wie lange werden wir alle das noch durchhalten?
Das eine klingt so wunderschön, das andere echt skurril. Eine mentale Vorbereitung auf etwas, das an mir vorbeigegangen sein muss. Ich weiß nichts von Aiwanger bei Maischberger und werde wohl mal danach suchen müssen. Den armen Witzbold habe ich kürzlich, immer wieder einschnarchend, in einer Sendungsrunde mit lauter Logorrhöikern gesehen, wo jeder seine Platte aufgelegt hat und es wirkte, als würde der gewinnen, der am ausdauerndsten am Ball bleibt und die anderen niederredet.