20-05-30-CoTaBu-Zeit, ein sonderbar` Ding und Ursula nach Monaten!!
Die Zeit, sie ist ein sonderbares Ding…schreibt Hoffmannthal. Die Zeit steht still, wir sind es, die enteilen…dichtet „meine“ liebe Mascha. In Lollos Notizen der letzten Wochen und Tage stand in ihrer krakelig gewordenen Architektenhandschrift: Ich warte. Gefragt, was sie tue, sagte sie: Nichts. Ich warte. Ich warte den ganzen Tag. Sie war darüber ungehalten. Ungeachtet dessen, dass sie ein Leben lang hat auf sich warten lassen, wann immer bereits ein Essen auf dem Tisch oder man selbst an einem Treffpunkt stand. Ich denke an Patienten, die um ihre bewusst begrenzte Zeit trauern, die verbleibende aber vertreiben, totschlagen oder – Sünde in meiner Familie – sich langweilen. Einmal dehnt sie sich, einmal fehlt sie. Ist Warten ein anderes Thema als Zeit? Derzeit ist es anders, es ist mehr davon zur Verfüguing, weil wir weniger tun dürfen an Beiwerk. Was ist gewonnene, was verlorene oder gar vergeudete Zeit? Ich teile mir die Zeit auf Kante ein. Habe ich noch ein kleines Polster, fülle ich es, so dass sie dann knapp wird. Am Schluss muss ich rennen. Petra dagegen steht immer schon bereit, als sei Warten ihre Natur. –
Schlagzeilen: Gregor geht heim, klingt nicht so frischauf wie gestern. – Ursula kommt nach vielen Monaten, hab eine SMS von gestern entdeckt!!! Heute: Renates Nusskuchen backen? Einmal Waldbaden? Mich weniger zerfleischen als gestern? Überlegung: Wie schaffe ich eine Verabredung mit Winni, ohne ins Trudeln zu kommen? Heute könnte ich einmal DIE ZEIT vornehmen, wenn ich denn – haha – Zeit dazu finde. Jetzt sofort loslegen, damit Ursula schalten und walten kann.
Der Himmel ist blau. – Ursula heut` im Anmarsch.- Glänzender Samstag!
Ursula, die Putzfrau. Hat sie zu dir zurück gefunden? Wir haben jetzt eine Neue, zum Glück hat Hubert sie eingewiesen.
Du musst mir mal sagen, warum eine Neue. Ich hatte ja die eure angerufen, als mir imselben Moment einfiel, dass das derzeit nicht erlaubt ist. Fand sie aber so komisch. Kein Wort über wie oft, Bezahlung, Corona, nur immer „kein Problem“, es kam gar kein auch nur noch so kurzes „Gespräch“ zustande. Und dann las ich heute Ursulas Mail.
Ja, ja, die Zeit… war heute auch Thema bei mir.. (s.o.). Machst Du Dir Sorgen um Gregor? Ursula, die Gute! Ich putze immer noch selber. Habe mir schon überlegt, ob ich mir so ein Staubsaugerroboterlein anschaffen soll. Das könnte ein echter Helfer sein. Oder macht er meinen alten Teppich kaputt?