20-06-08-CoTaBu-Ein abartiger Tag – Christine in Reinform!

Als ich heute ins Hospiz kam hechtete mir schon Christine entgegen. Übers WE hatte sich viel getan; nur noch fünf Patienten im Haus. Nun sah sie sich bemüßigt, sich einzumischen und ich habe nicht schnell genug die Reißleine gezogen. Wen sie nötig fand, weil sie sonntags zufällig ein Anruf erreicht hatte (wie das oft geschieht in irgendeiner unausgegorenen Situation), war längst verstorben; jemand erschien „spontan“ mit Anwalt. Man habe ihr gesagt, die solle vorbeikommen. Ich konnte mir das nicht vorstellen in Coronazeiten, ohne Termin und von heute auf morgen einen Platz erzwingen wollen? Sie kramte nach einer Notiz, das sei eine Frau Klingl gewesen. Ich schuftete bis kurz vorm Gehirnschlag, weil Christine am liebsten heute noch jemanden aufgenommen hätte (unvorbereitet, ohne Abstrich), jedenfalls ab morgen jeden Tag zwei, „wir müssen aufnehmen“, das Gegenteil von dem, wie es mit Gregor besprochen ist, immer in Ruhe, nach und nach, oft für mich zu gemächlich, da ich den Druck von außen aushalten muss. Als ich mit pochenden Schläfen, dem Kotzen nahe gegen 14:00 soweit war, sagte sie: „Nur kein Stress“. Nein, „so war das nicht gemeint“, sie wollte mich nur entlasten. Überhaupt bräuchten wir doch nicht zwei jeden Tag. Die Arbeit war getan, ich hatte mit ganz München und Umgebung telefoniert, es war Wahnsinn. Sie stellt am Ende alles auf den Kopf, bis sie es selber glaubt. Wieso ich nichts sage? Es ist mit ihr nicht möglich. Ein Fiasko, wenn sich jemand einmischt ohne leisteste Ahnung, welchen Gesetzen so eine Aufnahme folgt. Mehr als „Einbestellen“, zu schweigen von den Ambivalenzen, innerer Vorbereitung, unterschiedlichen Einschätzungen und Bedürfnissen aller Beteiligten. Ab morgen ist Christine zum Glück wieder daheim. Eine Katastrophe mit ihr.

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4 Antworten

  1. Ines sagt:

    Christine und Gregor scheinen nicht miteinander zu reden. Wie sind die unterschiedlichen Strategien sonst zu erklären.

    • Heike sagt:

      Sie lässt aber keine Gelegenheit aus, sich als besonders intim verbunden darzustellen. Er ist der gütige Vater im Haus, den alle lieben und überlässt ihr die Rolle der knallharten Mutter, vor der alle davonrennen. Und sie hat wirklich nicht alle beisammen. Mir gegenüber tut er so, als hielte er sie raus so gut er kann. Ich weiß natürlich nicht, was er zu ihr sagt. Ich glaube, jede und jeder von uns glaubt sich bei ihm in besonders geliebter Vertrauensposition.

  2. Renate sagt:

    Ich sehe CK direkt vor mir. Alles gut, kein Stress. Da kriegst du doch die Krise.

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