20-06-12-„Frei“-Tag im Hospiz – Hand lädiert – welch ein Zaubergarten!
8:00. Ich werde kaum wach vom Wecker. Gehe für ein paar Stündchen ins Hospiz. Sonja allein zwischen Aufnahme, EDV, Bankgeschäften und Telefonaten. Blitzblauer, leuchtender Himmel, der Spuk der eiskalten Regen- und Wolkentage wie weggefegt.
Traum: Elisabeth A. will ihren Mann wieder bei uns anmelden (der an Weihnachten verstorben ist, nachdem wir ihn in ein Heim verlegt hatten). Bei genauerem Hinsehen hat er wieder nicht die Symptomatik, es sei ihm halt daheim so langweilig.
20:45. Es ist im Hospiz bis Nachmittag gegangen, ich war gut beschäftigt. Beim Gehen ist mir der Gepäckträger des Fahrrads ausgekommen und auf die linke Hand geschnalzt. Binnen einer Minute war eine kirschengroße, blaue Schwellung entstanden wie eine Riesenblase, beulenartig. Ich musste mich noch – betäubt von Schmerz – von Sonja verarzten lassen mit Eisbeutel, später Traumeel und Arnica.
Gerade mit Michael einen Abendspaziergang im Nymphi gemacht, das Licht und die Spiegelungen so zauberhaft wie noch nie; Vogelkonzert, Fröschequaken; eine Gruppe von Jungesellenerpeln steckte synchron – alle in dieselbe Richtung – die Schnäbel ins Gefieder zur Nacht. Labsal für Körper, Geist und Seele. Eintracht und Frieden.
Schreiben mit links tut jetzt sehr weh. Ich bin nochmal leicht an die Hand gestoßen, sie schwoll wieder neu an. Michael hat sich heute bei einem Spaziergang mit Muttern auch die linke Hand verletzt, ihn hat es zerlegt aus heiterem Himmel.
Rege im Gespräch – Enten, Frösche und Vögel – des Abends im Park.
Du bist doch Rechtshänderin, oder?
Ja. Deshalb habe ich den – wie nennt man das Teil, das man gegen die strenge Feder hochklappt, hochzieht, um z.B. die Tasche einzuklemmen? – also dieses Teil mit der rechten Hand hochgezogen, um mit links die Tasche einzuklemmen, die mir vielleicht weggerutscht ist und so hat es nicht die Tasche, sondern mit voller Kraft meine arme linke Hand erwischt.
Gute Besserung für die Hand. Kein wirklicher Frei-Tag, den du hattest. Junggesellenerpel, ein herrliches Wort.