Spaziergang (gestern geschrieben…)
Ein langer Spaziergang durch den Nymphenburger Park. Drei Tage lang war ich nur am Schreibtisch gesessen.Wie wohltuend ist es doch, dann durch den Park zu laufen! Mein Begleiter war mein alter Freund Walter, der meistens sehr mürrisch ist und es auch heute war. Wie er mich eingangs gleich empfing, waren seine ersten Worte , er sei „schlecht drauf“. Dennoch war es sehr schön, mit ihm die vertrauten Wege lang zu gehen. Als ich ein Kind war, gingen meine Mutter und ich jeden Abend über die Brücke hinter dem Haus, in dem wir wohnten, über eine Wiese hinauf zu unserem „Hausberg“. Das war ein kleiner Hügel . Der Weg war mit bunten Glasscherben gepflastert , die ich sammelte.Zwiesel. Glasbläserstadt… Viele Jahre später war der Nymphenburger Park wieder so ein Ort, in dem ich fast täglich meine Runden drehte. Keine bunten Glasscherben, dafür Freude, Übermut, Zorn, Traurigkeit , geteilt mit Freunden und Nachbarinnen auf den oft stundenlangen Spazierwegen.Unvergessen auch der Aufseher im Schlossmuseum, der auf der Treppe stand und beobachtete, das ich Sirena anschnauzte, weil sie mir dauert vor die Füße lief. „Weibsteifi“ schrie er runter, „des Madl hat dir nix dooo!“ Seitdem ist der Weibs.. ein beliebter Spitzname für mich bei meinen Töchtern.Heute war ich so froh, mal wieder da zu sein, dass mich die schlechte Laune von Walter gar nichts ausmachte. „Schnee wars“ sagte er zum Abschied. Na! genau!
Walter! Dass du jeden Tag mit jemand anders unterwegs bist und Freundschaften aushältst ein Leben lang muss an deiner unendlichen Toleranz liegen. Ich sehe ihn vor mir….
Weibsdeifi hab ich noch nie gehört.