Tatort
Der Anlass, gleich nach dem Aufstehen mein Bett frisch zu überziehen, war der Ring. Der schönste Ring, den ich von meiner Mutter geerbt habe. Er war verschwunden.Ich hatte es zufällig am Abend vorher entdeckt. Der Ring ist unauffindbar und ich bin unruhig und nervös. Ein Zustand, der in den letzten Jahren immer schlimmer wurde: Wenn ich etwas verlege, wenn ich befürchte, ich habe etwas aus Versehen weggeschmissen, überfällt mich eine kaum zu bändigende Unruhe. Heute war sie mein ständiger Begleiter,. als ich einen langen Spaziergang durch den Park machte, als ich am Herd stand, als ich mich mit Alina unterhielt: Unterschwellig dieses miese Gefühl, etwas verloren zu haben, das ich gerne noch länger besessen hätte. Das Highlight des Tages : Der „Tatort“ am Abend. Vor zwei Jahren war ich zehn Tage auf einem Seminar mit Peter Probst und Amelie Fried. Peter war nicht nur sehr lustig und sympathisch, er erzählte viel Interessantes aus seinem Leben als Drehbuchautor. Den heutigen Tatort hatte er geschrieben. Wenn Frauen Austern essen. Über die besten „Tatorte“ war abgestimmt worden und dieser hat gewonnen. Er hat mir sehr gut gefallen. Ein bißchen Agatha Christie, viel beißender Humor und spannend bis zum Schluß.
Das letzte zuerst. Gerade habe ich zu Michael gesagt, wie beschissen miserabel ich den Tatort fand und dass er nichts verpasst hat. Ich wusste nicht, dass das ein „Sieger“ war. Komisch, wie verschieden Menschen denken und empfinden. – Dieses Elendsgefühl, etwas verloren zu haben, das etwas bedeutet! Ich kann es so nachvollziehen. Weißt du noch, wie du früher immer als erstes deinen Schmuck ausgezogen und dann liegengelassen hast?
Ich verstehe nicht warum dieser Tatort gewählt wurde.
Es ist sehr irritierend wenn man was verloren hat. Hoffe der Ring taucht wieder auf.