20-06-23-CoTaBu-Das Leben der anderen – ewig Kopfweh wegen O2-Mangel?

Heute endlich der runde Tisch am Brunnen – mit Patient, Ehefrau, deren Sohn (ungezogener Weise unangekündigt) – Gregor,  Herrn Gilch vom SAPV WEST und mir. Der Patient, seit 5 Wochen bei uns, braucht nichts, könnte aber im Akutgeschehen ersticken: Dann sollte jemand dasein, um ihn zu betäuben. Sitzt und wartet, dass es passiert. Kann alles selber. Will arbeiten, will heim, will nicht beaufsichtigt werden. Seine Frau hat Angst und v.a. geht der Kiosk über alles. Erst der Kiosk, dann lange nichts, dann der Hund, zuletzt der Mann. Bisher hatte ich sie im Verdacht, doppelzüngig zu reden, heute wurde deutlich: nicht nur sie. Ambivalenzen kennen wir, sie gehören dazu. Hin und Her. Eher kette er sich an, bevor „die mich da raus kriegen“ soll er gesagt haben; das leugnet er. „Ein Missverständnis“. Er bat bei mir nochmal um Diagnostik, wo er steht. Zügig Dr. Völkl geschickt. Jetzt dreht er es, als hätte ich ihm das eingeredet. Jetzt sind wir auf der Hut. Sie verstünden ja, dass wir den Platz brauchen. Unter Zeugen: Wir brauchen den Platz nicht, wir wollen ihn nicht raushaben. Es ist seine Entscheidung. Mit der Kasse wird es eine Lösung geben. Selber Null Verantwortung übernehmen, Garantien verlangen. Hauptsache, ein anderer trägt sie und v.a. Kosten. Im Zweifel einen Schuldigen haben und anklagen. Manche kommen mit dieser Haltung weiter. Ich empöre mich, es fühlt sich schlecht an. – Frau Dr. Levin kam mit Lotta, dem Hund, der sich total fertig auf den Bauch legte und nicht mehr rührte. Sie kamen vom Spielplatz, wo er zwei Stunden im Kinderwagen warten musste, bis das Enkelein fertig geschaukelt hatte. – Coronabedingt fallen mehr Ehrenamtliche aus als zunächst realisiert. Ariane hält die Maske nicht aus über Stunden, kriegt Kopfweh. – An Arbeitstagen ist mein Leben das „Leben der anderen“.

 

 

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