Schwiegereltern und sturmfei

.Euere Frage, warum Alina nicht öfter bei ihrem Freund ist, lässt mich nicht los. Vielleicht ist es gut, einmal darüber zu schreiben. Vor beinahe drei Jahren habe ich seine Eltern eingeladen, damit wir uns mal kennenlernen. Alina hat gekocht, wir aßen zusammen Mittag und unterhielten uns recht gut. Die Mutter arbeitet bei der Bundeswehr in der Dachauer Straße, so hatten wir Gesprächsstoff, weil ich seit vielen Jahren Fortbildungen für Bundeswehrgruppen durchführe. Mit dem Vater war es aufgrund seiner argen Schwerhörigkeit etwas mühsam,  sich zu verständigen. Er hatte eine Art Mikrofon dabei, in das man sprechen muss, damit er hören kann. Auch er ein herzensguter Mensch, wie seine Frau Eva. Wir gingen gut gelaunt auseinander mit dem festen Vorhaben, bald mal zusammen Karten zu spielen. Es kam keine Einladung. Das, was die“Schwiegereltern“ angeblich daran hindert, ihr Zuhause zu zeigen, ist meine wohlaufgeräumte Wohnung. Ich kann es nicht fassen. Alina sagt dazu, bei den Parussells stehen seit Jahren Kartons rum, die Mutter habe das Elternhaus ausgeräumt und könne nichts wegschmeissen. In der Küche stehe ein stets gefüllter großer Kühlschrank und immer ein warmes Essen auf dem Herd. Es sei nicht besonders sauber da,  weil in der großen Wohnung einfach zu viel rumstehe. Ich habe den Eindruck, dass es dort sehr gemütlich ist. Alina gehört  zur Familie, ist herzlich aufgenommen worden.Andererseits gehen die Eltern nie aus dem Haus, der Vater ist wohl auch schon an die achtzig Jahre alt. Ich hingegen bin öfter auf Achse .Vielleicht ist das der Grund, warum sich die beiden bei uns in der Wohnung lieber aufhalten. Morgen vormittag gehe ich zum Frisör, abends das erste Mal in ein Theaterstück. „Sturmfrei“!!!! ?

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Oh, das ist interessant. Die sollten deine Wohnung mal sehen, wie sie AUCH manchmal aussieht, dann wüssten sie, dass du da flexibel bist. Interessante Persönlichkeitsmerkmale, die da anklingen. Dass du öfters auf Achse bist kann niemand leugnen, und sich mit den Schwiegers zu treffen ist ja auch schon ganz schön Achse. Noch so eine „Freundschaft“ im eigenen Leben unterzubringen, das fällt dir ungewöhnlich leicht, mir z.B. bekanntermaßen gar nicht, ist es doch nicht einmal frei gewählt. (Ich denk an Kiras Eltern, die einzige Ausnahme diesbezüglich). Vollgestopfte Wohnung, immer gern daheimbleiben, Schwerhörigkeit…wie auch immer, Launen kann man anderswo nicht ausleben, sich auch nicht so ausbreiten, nicht wirklich man selber sein…ich versteh Alina. Aber so kannst du auf Dauer nicht ganz du sein, denn man kann die erwachsene Tochter ja auch nicht so reglementieren und auf ihr Zimmer verweisen. In meinem Empfinden ging viel darum, Zeit und Raum zu gewinnen, und zwar ungeteilt. Bei Zepters haben sich auch immer alle wohlgefühlt. Und ich habe damals schon nicht begriffen, warum die Mutter niemals nein sagte zu all dem Besuch. Dass ich selber jahrelang dort ein und ausging und ihr zur Last fiel habe ich dabei nicht realisiert. Ich würde am liebsten seitenweise dazu sinnieren.

  2. Ines sagt:

    Ich stelle mir eine Messi Wohnung vor. Und klar, im Vergleich zu denen bist du die junge, moderne und unternehmungslustige Mami. Wäre auch lieber bei dir.

  3. Renate sagt:

    Für mich sind das keine Gründe. Wenigstens ab und zu können die Jungen doch auch in der
    Wohnung der „Schwiegereltern“ sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert