Dialekt

Lange mit meinem Sohn telefoniert. Seit er in Tölz wohnt spricht er immer bayerischer. Ich kann mich nicht daran gewöhnen, denn meine beiden Kinder sprachen nie Dialekt. Das fand ich immer sehr Schade, wo doch bayrisch so gut und warm klingt, zumindest in meinen Ohren. Micha meinte sie hätten in der Schule hochdeutsch sprechen müssen. Lediglich ein Lehrer an der Gesamtschule sprach Dialekt. Ich kann mich an meine Schulzeit erinnern und da wurde, zumindest in der Volksschule, bayrisch gesprochen. Als ich als junge Frau in eine Clique von Studenten kam, sprach ich selbstverständlich ein ordentliches deutsch. Niemand verlangte das von mir, aber ich habe mich angepasst, vielleicht auch geschämt. Viele Jahre habe ich gebraucht um wieder zurück zu meinen Sprachwurzeln zu finden. Im Hospiz, wenn ich am Telefon bayrisch sprach, gab es viel positive Resonanz. Vor allem ältere Bayern und Bayerinnen schätzten das und benannten es auch. Anpassen kann ich mich noch immer und mache es auch, wenn es nötig ist.

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3 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Ich finds toll, wenn man Dialekt sprechen kann. Obwohl ich dich schon oft gehört habe, könnte ich jetzt aber nicht sagen, dass du stark Bayrisch sprichst. Oder hältst du dich zurück in unserem literarischen Kreis?

  2. Heike sagt:

    Heute weiß die Welt Dialekte und Sprachvielfalt zu schätzen, da viele davon aussterben. Früher waren Erstere manchmal verpönt. Michas späte Rückkehr zum Bayrischen erinnert mich an die „kleine Sonja“, die seit dem neuen Mann in Holzkirchen bayrisch sprach. Jetzt ist der Mann weg, das Bayrische blieb.

  3. Beate sagt:

    Wir sollten mal wieder ins Musäum gehen! Da gibts die beste Pflege des bayerischen Dialekts ohne Tümelei

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