20-09-01-CoTaBu- Konzentration-Isolation-literarisches Maulwurfsdasein

Kürzlich wurde „Was Nina wusste“ von David Grossmann über Kulturzeit wärmstens empfohlen; es war noch nicht per Booklooker zu bekommen, also neu gekauft. In einem Lesemarathon in kurzer Zeit verspeist; Beate hat am Sonntag eine Kostprobe bekommen, die uns beiden wenig gefallen hat; Superanfang und dann viele klischeehafte Sprachbilder. Ich war auf den Hinweis mit der Nobelpreisverdächtigkeit reingefallen und wollte meine Nase vorn haben. Ich wollte es lesen, aber nicht behalten, da es mir großteils nicht taugt. So habe ich es heute früh mit noch 100 ausstehenden Seiten schonmal zum halben Preis bei Booklooker eingestellt. Es war innerhalb einer Stunde verkauft. Jetzt musste ich es im Sautrab zu Ende lesen, damit es auf den Weg kommt. Inzwischen mein viertes Buch! Meine Käuferin hat das über Deutschlandfunk gehört, evtl. von derselben Moderatorin. Mein Tag bestand ausschließlich aus Lesen und Essen. Womöglich wird mich meine Arbeit ab nächsten Montag aus dieser Welt befreien, erlösen, in die ich da abdrifte. Ich bin vom Sitzen und Liegen schon ganz steif. Worüber könnte ich mich jetzt hermachen? Ich hab schon eine Idee. Gerade den Kalender 2021 geordert, weil Michael für eine Bürobestellung noch ein wenig zur Versandkostenfreiheit fehlte. Mir ist, als hätte ich 2020 gerade eröffnet. Ich ertappe mich dabei – so wie Ines – so wie Beate – mich dem Zustand entgegenzusehnen, in dem Renate schon ist. Auf einmal werde ich auch ganz lahm beim Gedanken, wie lang das noch weitergehen soll. Ich könnte nach so einem Urlaub sang- und klangslos aussteigen. Geben diese Wochen einen Vorgeschmack aufs gefürchtete Reich der totalen Bedeutungslosigkeit oder auf wünschenswerte absolute Konzentration und Ungestörtheit? Noch ist Zeit.

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Eine Antwort

  1. Ines sagt:

    Absolut bedeutungslos ist dieser Lebsabschnitt nur, wenn du all dein Wichtig sein aus der Arbeit ziehst. Du bist auch ohne die Arbeit von Bedeutung und hast viel zu geben. Bei mir ist die Strecke noch lang, deshalb versuche ich gerade wieder positiver auf meine Arbeit zu blicken. Ich hab mich auch schon gefragt, wie du das stundenlange lesen körperlich aufhältst. Ich kann nach einer Stunde nicht mehr sitzen.

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