Spaziergang zu Dritt
seit ihrer Hochzeit habe ich Antje, die Frau meiner Kollegin und Freundin Monika nicht mehr gesehen. Heute kam sie mir als Erste am verabredeten Treffpunkt entgegen.Wir spazierten zu Dritt durch den Park und die beiden erzählten von ihrem Urlaub in Frankreich . Sie waren auch im Museum des Landsitzes von Marquis de Sade gewesen und wir unterhielten uns über die Herausforderungen in der damaligen Zeit. Mit Monika rede ich gerne über geschichtliche Themen. Wir sitzen manchmal zusammen und unterhalten uns über Fachbücher, manche werden dann auch für unsere Bibliothek angeschafft. Was haben wir schon für Zeiten erlebt, Studienreisen, Reisen mit Politikern durch ganz Europa, Symposien, Lehrerfortbildungen und vieles mehr. Inzwischen ist sie Chefin geworden. Heute haben wir auch über die drei Frauen gesprochen. Antje ist Arbeitsrechtlerin. Sie meinte, im juristischen Sinn kann man das, was die drei veranstalten, nicht als Mobbing bezeichnen, aber auch sie riet, alles in professionelle Hände zu legen.
Das ist etwas ganz Herrliches: mit jemandem Beruf und/oder Arbeit und diesen Kosmos teilen. Unschätzbar! – Nach deiner Mobbinggeschichte fiel mir ein: was waren wir auch als Kinder schon gemein. Ich erinnere mich an die Clique um Dodo und mich, wie wir eine gewisse Marion auf dem Opferaltar unserer Machtgelüste dargebracht haben. Irgendwer musste immer dran glauben. So saugemein wie wir waren. Heute schäme ich mich dafür. Es war gezielte, bewusste Ausgrenzung, nur gab es all diese Worte damals noch nicht.