20-09-17-CoTaBu – Andere Gruppe und dieselbe Frage
Gestern zum Schreiben zu spät und ich platt, nachdem ich die Gruppe noch protokolliert hatte. Die gestrige unterschied sich wie immer gänzlich von der Dienstagsgruppe, aber auch von der üblichen Mittwochskonstellation – vielleicht, weil A. nicht da war? Ohne sie ist es tiefsinniger, offener, da sie ALLES weiß, so WICHTIG ist, skeptisch über den Ablauf wacht und alle mitteilsamer wirken, wenn sie fehlt; außerdem brachte H., die sonst dienstags kommt, eine gänzlich andere Atmosphäre mit; überhaupt war die Durchmischung verändert, da ich jetzt auf gleichmäßige Verteilung achte, und so war der Mittwoch nicht wie sonst der Stieftag gegenüber dem geliebteren Dienstag. Inhalte ähnlich, nochmal Totengedenken. H. kam nach KnieOP wieder. Sie hat sicher 130kg und springt schmerzfrei und zufrieden durch die Gegend, arbeitet schon wieder, den ganzen Tag auf den Beinen. C. will nach bzw. mit ihrer Krebserkrankung auch wieder einsteigen. Als selbst „Betroffene“ sollte sie natürlich eigentlich Abstand halten. Ich gehe aber von mir aus, was den Umgang mit Trauernden angeht – wir hoffen, sie spürt, wenn sie sich jederzeit in den Mittelpunkt ihrer Empfindungen und Gedanken setzt. Dann überlegen wir gemeinsam, ob es für sie richtig ist. Die Frage nach der Spiriutualität wurde gestern anders beantwortet. Niemand betet. Niemand geht in die Kirche. Ein fast erbittertes GAR NICHTS, schlicht „keine Zeit“ (wegen wahnsinniger Überlastung infolge Corona), unsäglicher Wut auf Politik und Maßnahmen; hauptsächlich wurde Natur genannt, Radfahren, Laufen am Wasser und im Wald, Lauschen auf Wind. Bei Letzterem habe H. mich zum Vorbild gehabt. Das Besondere: ich kann mich nicht erinnern, solch eine Aussage je gemacht zu haben. Sie berief sich auf eine Schafstallerinnerung meinerseits, ich habe auf die Musik des Windes gelauscht, das habe sie auch versucht, zudem gemalt!
Ich beneide dich um deine Gruppen einerseits, und andererseits kann es schon mit manchen Teilnehmern sehr mühsam sein, wenn sie die Gruppe dominieren oder so eine unangenehme Stimmung ausstrahlen. Die Frage für mich ist, ob die Menschen vor Corona schon eine spirituelle Praxis hatten, die jetzt nicht mehr durchgeführt werden kann wegen Corona. Oder ob sie noch nie etwas in der Richtung praktiziert haben.
Im Fall der Einen, die so an ihren Grenzen arbeitet und das Spirituelle knallhart verneint hat: sie ist sonst eine ausgesprochen spirituelle, intelligente und auch kritische Frau mit Innerlichkeit und soweit ich weiß hoher Verehrung für die Gottesmutter Maria.