20-09-24-CoTaBu-14:14 Uhr Simons Geburtstag
Ein zarter – Michael sagt, diesen Begriff gäbe es durchaus: lialablassblau – also ein solcher Morgenhimmel zu Simons Geburtstag. Im Halbschlaf nachts über Paare gesonnen, die eng zusammengehören; Bäume, Tiere, Menschen. Das „Kind“, dessen Wesen mir besonders lag. Nie auflaufen, mich gesehen fühlen; unter seiner Resonanz aufatmen und lachen. Wie sehne ich mich nach diesem Lachen, nach diesem Humor und der so gutmütigen Sicht auf die Schwächen der Menschen, v.a.die eigenen und auch meine. (In seiner Wirkung und Quirligkeit, Gestik und seinem Charme muss ich bei Renates Micha auch irgendwie an Simon denken; ganz anders und doch löst auch er etwas in dieser Art aus, auch wenn ich ihn selten erlebt habe). Nach einem Abend, den Peter, Beate und ich bei Arthur, Beates „Ex“, verbracht hatten, kündigte sich die Geburt an. – Nach dem Hospiz zum Friedhof gegangen, diesmal ohne Plan(ung), ohne Rahmen, ohne Kreis, ohne Ritual, ohne Vorbereitung, ohne Räucherwerk, ohne Lied, ohne Gebet, ohne Worte, ja, v.a. ohne Worte, ganz und gar still, schweigend, stillschweigend, ganz lang am Grab und dann am Brunnen mit Michael. Mit ihm kann ich länger still sein und ruhig werden als allein. Es ist, als pochte es aus einer verschlossenen Kammer von innen her an. Der Atem reguliert den Schmerz. ES ist schon lang nicht mehr herausgebrochen.
Das ist tief bewegend, wie du Simons besonderes Wesen beschreibst. Wunderschön und so traurig, deine Worte.
Deine Worte gehen mir sehr zu Herzen, auch weil du Micha erwähnst.
Heike, was trägst du all die Zeit, Tag für Tag. Als ich deine Zeilen das erste Mal las, war ich traurig, tief berührt und wollte nichts schreiben. So war also der Donnerstag. Wie gut ist es, dass Michael an Deiner Seite ist.