20-10-03 – Literarisch – kulinarische Stunden paarweise

Eure Kommentare sind lustig. Renate als komplizierte Esserin? Ist mir nie aufgefallen. Beate findet gemeinsam Kochen toll, bei uns eine Katastrophe. Ines schreibt von Menüfolge…die Aufgabe war vielmehr, es schlicht und bescheiden aussehen zu lassen unter Berücksichtigung von Unpässlichkeiten. Schon mittags zu Michael geradelt um zu putzen, Kürbissuppe zu kochen und zweierlei Brotaufstriche zuzubereiten. Michael buk den letzten Zwetschgendatschi. Inhaltlich geht es ums Lesen, das coronatechnisch beinah an der Begrenzung auf fünf Personen kranken wollte. Also Tür auf, Tisch groß aufstellen. Erstmals in meinem Leben entstehen bei uns Paarkonstellationen; die habe ich immer gemieden, fand Menschen paarweise oft reduziert und „anders“. Gregor und Ines, Michael und ich; dann hatte ich Thomas gefragt und er sagte „vielleicht würde Sarah sich darüber freuen, wenn du sie auch einlädst.“ Nie im Leben wäre mir das eingefallen. Ihre Seitenhiebe auf ihn blieben auch nicht aus. Die beiden kamen verspätet, weil gerade noch der geklaute Geldbeutel zur Polizei geführt hatte. Es läuft folgendermaßen: Aperitiv; Essen (Imbiss); Wasser, Wein, diesmal auch mitgebrachter; Kaffee, Süßes. So gestärkt wird der Tisch abgeräumt: Die Bücher kommen aus den Taschen. Diesmal herrschte nicht mehr Sorge, etwas „falsch“ zu machen. Wir alle machen die Erfahrung von tage- bis wochenlangem innerem Verbereiten. Nachklang sowieso. Unterschiedlichste Lesebeitäge, erstaunlich viel Lyrik, fügen sich ineinander. Thomas und Sarah mussten um 21:30 Luzia bei der Babysitterin auslösen; Gregor und Ines blieben noch. Ich war danach so aufgekratzt, dass wir zwei noch bis Mitternacht becherten und dann in der Präsidentensuite übernachteten, ich ohne Kamm, Bürste, Creme, Nachthemd. Gemeinsam gefrühstückt; mit Anni zur Ludwigshöhe, einmal um den Deiniger Weiher. Föhn brach zusammen, kalter Wind erhob sich und es begegnete uns ein Riesenfliegenpilz. Ich bin erfüllt. Träume werden wahr. Wenn der Salon einmal ausgeweitet werden darf sage ich bescheid. Was sich aber abzeichnet: mit drei Stunden hat das nichts mehr zu tun.

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2 Antworten

  1. Ines sagt:

    Pärchen-Abend bestanden. Es scheint ein super schöner und inspirierender Abend gewesen zu sein. Ein Aufwand war es schon, auch wenn es nur nach einem kleinen Imbiss aussehen sollte. So wie ich es heraus lese, habt ihr nur gelesen, nicht geschrieben, also keine direkte Konkurrenz zur Schreibgruppe.

  2. Renate sagt:

    Immer im Doppelpack, Eva und Michael, Roswitha und Arno und, und, und… mochte ich auch nie.
    Ein illustrer Lesekreis, ganz nach deinem Geschmack.

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