20-10-04-CoTaBu-Kurzurlaub-Leseerfahrung-Odenwaldärger

Jetzt bin ich wieder hier nach gemeinsamen Frühstück mit Zeitunglesen – wie Kurzurlaub. Gestrige Stippvisite von Fabian mit ungutem Ausgang hängt dagegen nach. Gerade nochmal Ines` erschütternde Geschichten gelesen – ja, die Psyche liegt im Dunkeln, die Möglichkeiten begrenzt. Gestern versucht, auf einen Kommentar von Ines zu antworten, was nicht funktionierte. Dabei war mir wichtig: nein, das Lesen ist wahrlich keine Konkurrenz zum Schreiben. Bis auf Thomas wollte keiner schreiben, weil das Leistungsdruck gebracht hätte in den Augen der Teilnehmenden, die ohnehin den Lesebeitrag sehr ernst nehmen – jeder trifft seine höchst persönliche, biografisch relevante Auswahl – diese Tendenz zeichnet sich ab. In einem Fall zeitgeschichtlich, in meinem nahe an der Trauer diesmal, in einem Fall Anstoß bei der Partnerin erregend, in einem ins kollektive Lachen, einmal in die Kindheit und einmal bis zu den Göttern führend. Wie das Schreiben führt es ins Persönliche und kommt zugleich aus ihm; auch hier keimt Gruppendynamik auf, um nicht von „Entfesselung“ zu sprechen; wahnsinnig interessant. Erhoffte und absehbare Erfahrungen fördern Unverhofftes und Nebenprodukte zutage. — Ärger: Das Odenwaldinstitut kassiert wieder frech ab. Obendrein wurde eine Übernachtung in Rechnung gestellt. Auf Reklamation: Sie nähme das kulanterweise zurück. Ich frage, ob sie scherzt. In welchem Ausmaß sie gewohnt sei, Rechnungen für nicht stattgefundene Leistungen zu kassieren? Die Fernteilnahme wird durch meine sich zementierende schlechte Meinung über das Institut beeinträchtigt. Aufgabenstellungen werden geradezu intim. Durch die Zerrüttung und durch mein mich (dem dortigen Gruppenprozess) Entziehen sträubt sich in mir alles gegen die Erfüllung dieser Schreibaufgaben.

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4 Antworten

  1. Renate sagt:

    Kulanterweise, was für eine Frechheit.

  2. Ines sagt:

    Das ist nachvollziehbar, dass du einen Widerstand gegen die Schreibaufgaben von dem Institut hast. Ich würde aussteigen. Ansonsten sehr spannend, was du über die Leserunde schreibst. Und Fabian? Unguter Ausgang, was mag das bedeuten?

  3. Beate sagt:

    sehr interessant, was Du über die „höchst persönlich biographische Auswahl“ schreibst. Manch ein Buch, das man nach Jahren zum zweiten Mal zur Hand nimmt, erreicht Einen auf neue, andere Weise. Ein Aspekt, warum Buchgeschenke nichts Beliebiges sind (oder sein sollten)

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