20-10-22-CoTaBu-Albtraum mit Polizei und Gerichtsmedizinerin

Ich will nach diesem Schreckenstag nicht die asiatische Tänzerin vergessen, die mir auf meinem Radweg über die Gerner Brücke begegnet, wo sie schon morgens erste Spagate mit Fuß auf Geländer übt. Manchmal tanzt sie im Grünwaldpark wie in „Kirschblüten“. Aus dem Dekanat Veranstaltung mit Titel: „Gott im Lockdown“. – Zur Sache: Eine Patientin hatte den Herzenswunsch, bei uns zu sterben, sollte gestern kommen. Testergebnis ließ warten, Transport auf heute verschoben. Sanka verzögerte sich wieder und kam erst um 14:00. Patientin tot. Diese engelsgleichen Sanitäter fuhren sie noch Hand haltend an den Ort ihrer Sehnsucht. Sie wussten nicht, was ich schonmal gehört hatte. Ab Tod im Sanka ist es ein Fall für Polizei, Gerichtsmedizin und „Tatort“. Die Medizinerin wie ein Neonazi oder Folterknecht. Der Polizist, eine Marionette ohne menschliche Regung, behandelte jeden als potienziellen Täter. Zur Leichenschau wollten sie das Bad, was ich verweigerte. Sonja bot das Anhörigenzimmer an. Die Ärztin wies schroff nach unten: „Auf den Boden“. Dort wurde die Tote auf ein Plastiktuch gelegt und stundenlang nackt untersucht. Immer wieder „Verhöre“. Woher die roten Punkte. Was sind das für Druckstellen. Die Sanitäterin in großer Not, denn die Angehörigen hatten trotz mehrfacher Telefonate Patientenverfügung und Ausweis mitzugeben vergessen. Sie war darum zu Wiederbelebung und Maximalmedizin verplichtet. Ein Albtraum. Nach Stunden kam endlich eine Tochter mit der Patientenverfügung. Das wird der Toten die Obduktion ersparen. Die Sanitäterin allerdings bekommt Schwierigkeiten. Am Ende kümmerte sich Sonja um Papiere, Abholung; ich durfte mit Ingrid die Verstorbene ankleiden und mit Herbstlaub schmücken bei Weihrauch und Kerze. Fix und fertig von diesen zerstörerischen Energien tranken Sonja und ich noch ein Bier im Wohnzimmer miteinander. Die Tote übrigens selig lächelnd. Sie hat ihr Ziel erreicht. Alles spielte sich zwischen 14:00 und 19:00 ab, dazwischen für mich zwei Angehörigengespräche mit Umschalten auf Umgang mit Opas Tod bei vierjähriger Tochter und Gesprächen über Namasté-Grüße.

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2 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Das ist ein furchtbares Szenario, wie die Polizei und Medizinerin sich verhalten. Zum Glück ist die Tote noch in eure Hände genommen worden und nicht gleich abtransportiert.

  2. Renate sagt:

    Das ist ja schrecklich. Auf dem Boden untersucht, entwürdigend. Gott sei Dank habt ihr die Verstorbene würdig versorgt.

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