20-10-31-CoTaBu- Grab zu Allerheiligen bereitet+3. Auge
Frühstück bei Michael mit Fabian und Conny, die sich zumeist bei exzessivstem Sport auspowern. Peters Mutter getroffen. Ihr ist Allerheiligen wichtig – sie wollte den morgigen Trubel vermeiden. Eines der struppig gewordenen Gräser durch eine kleine Insel aus grüner und weißer Erika ersetzt, dazu weißes Babyalpenveilchen, klitzekleine Hornveilchen. So mag ich es, wenn nicht rabattenartig. Das unvermeidliche Gesteck kam mit Renate. Mit ihr im Herbstlicht gesessen, geplaudert und herumgestreift. Später um den Feldmochinger See. Ich lese nach vierzig Jahren das Dritte Auge, angeregt durchs Renates Leseprobe. Noch geht es um Ernährungsgewohnheiten (Haifischflossen, Rhododendronblüten bei den Vornehmen, Tsampa fürs Volk jeden Tag), Erziehungsstile (hart und streng für die Edlen), Abhärtungsrituale wie ins eiskalte Wasser tauchen von Neugeborenen (natürliche Auslese), Zerstückeln des verstorbenen Bruders für die Asgeier (Sitte). Gerade bin ich bei der Einladung zum 7. Geburtstag. Die Astrologen werden entscheiden, was aus dem Kind wird, wie alles in Tibet durch sie entschieden werde. Kuchen gebacken. Doku über Helmut Newton gesehen. Wielang man sowas noch zeigen wird? Ob man die Kulturszene, Literatur, Theater, Oper, Musik-Texte demnächst gendersensibel zenzieren oder umschreiben wird? – Noch ein Tag, dann sind die Schotten dicht.
Das Abhärtungsritual für Neugeborene ist grausam. Heftige Lektüre. Die Babyalpenveilchen hingegen allerliebst, zumindest der Name. Klingt nach einem entspannten Tag. Gut, dass du die Herbstsonne ausnutzen konntest.