20-11-03-CoTaBu-Wohin mit all den Nachrichten?-Traum

Im Moment beherrscht mich die Anstrengung, all die schlechten Nachrichten zu verkraften. Weglassen ist auch keine Lösung. Mein Patientenliebling atmet noch. Erst wollte er seinen Geburtstag noch erleben, jetzt die Abwahl von Trump. Das wird er nicht mehr bei Bewusstsein, sondern höchstens untergründig erreichen. Das Gehör soll das letzte Organ sein, das ausfällt, auch wenn der Mensch keine Reaktion mehr zeigt. Mir wäre so nach einem guten Schluck Rotem gewesen, den muss ich noch aufschieben. Nachts hatte ich geträumt, sein Liebster habe bei mir im großen Bett unter riesiger gemeinsamer Decke geschlafen. Wir mussten morgens nach einem Tablettchen voller Medikamente ins Freie, da sahen wir Dr. Schlemmer mit duftig geföhntem grausilbrigen Pagenkopf im Kamelhaarmantel bei der Trambahn. Er sah aus wie eine Dame. Als Basco nachmittags bellend das Hospiz betrat, das er mittlerweile als Revier betrachtet, spürte ich Wiedersehensfreude – vertraut von der vorangegangenen Nacht! – Mein Tagwerk abends zunichte. Aufnahmen, mit denen ich gongliert hatte, wartend auf diesen Bescheid, jenes Gesprächsergebnis, endeten mit Aufnahmen in Palliativstationen. Der bei uns geforderte Coronatest wurde dort erlassen, es ging schneller. So erledigten sich alle Dringlichkeiten, für die ich mich den Tag über zerrissen hatte.

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2 Kommentare

  1. Renate sagt:

    Von allen Seiten kommen schreckliche Nachrichten. Ob Trump abgewählt wird, wer weiß? Das wäre immerhin eine gute Nachricht.

  2. Ines sagt:

    Geht mir auch so mit den Nachrichten. Weglassen ist keine Option, aber vielleicht nicht jede Sondersendung schauen. Ich höre selten etwas wirklich Neues, sondern immer dasselbe in anderer Form. Viele Sätze wiederholen sich.

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