20-11-29-CoTaBu-Wie die Zeit nur so verrinnt

Als sei er mir der Tag zwischen den Fingern zerronnen. Früh im Bett Telefonat mit Bine, die in den letzten Wochen kurz vor dem showdown ihres Berufslebens zu Höchstform aufläuft an Charme und Witz. Keine Zeile gelesen, die Zeitung nicht angerührt. Um 12:00 Verabredung mit Peters Mutter am Friedhof; bei Eiseskälte eine Stunde dort zusammen gestanden. Auf dem Weg mussten wir selber lachen. Buchstäblich alles, was sie hervorhob als besonders schön, waren für mich Ausbünde an Hässlichkeit. Bodendecker, wie mit Lineal abgesteckt, Gestecke, Bepflanzungen. Für sie ist alles, was sie mitbringt, ein Wagnis, liest sie doch bei meinen Reaktionen keinerlei Regelhaftigkeit ab, was mir wiederum ein Rätsel ist. – Direkt zu Michael zum Mittagsessen geradelt und es miteinander gemütlich gehabt. Nachmittags habe ich dann aus den gestrigen Texten Gemeinschaftstexte fabriziert; das liebe ich, aber es hat drei Stunden verzehrt. Ich suche nicht nur aus, was mir gefällt, sondern formuliere Negatives um, fische überall etwas heraus, damit niemand „benachteiligt“ wird und eigene Passagen vermisst. – Abends Erikafilm angeguckt und mitgelitten. Dass die Leidenswege abweichender sexueller Identitäten heute abgemildert werden innerhalb unseres Kulturkreises ist ein echter Fortschritt. Anschließend bei Anne Will versumpft. Verdacht geschöpft, dass derzeitige Einschränkungen erst der Auftakt sein könnten.

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3 Kommentare

  1. Beate sagt:

    der gestrige Tag ist auch mir viel zu schnell vergangen. Die Kälte, die Dunkelheit, die Tatsache, dass am Sonntag nicht auf die Uhr geschaut werden muss. Bin vor den 20Uhr Nachrichten tief eingeschlafen und wieder aufgewacht, als Anne Will schon vorbei war. Schnell ins Bett gewechselt und weitergeschlafen. Nicht in unseren Block geschrieben…

  2. Renate sagt:

    War es ein Herz oder ein Engel, den Oma Renate auf das Grab legte? Geschmacklich werdet ihr nie zusammenkommen.

  3. Ines sagt:

    Vielleicht wird Bine jetzt in der Rente ein zufriedenerer Mensch. Und lustig, der unterschiedliche Geschmack, wie er unterschiedlicher kaum sein kann. Schön, dass ihr darüber lachen konntet.

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