Nebelsuppe am See

Am Freitag sind wir nach der Arbeit wieder in unser Häuschen am Schliersee gefahren, wo wir jetzt noch sind. Seit gestern mittag ist hier eine Nebelsuppe, die sich über die ganze Landschaft legt. Dadurch sind wir sehr häuslich. Das übliche Programm: Kamin an, Zeitung lesen, Sauna, Kochen, Reden, Film schauen. Ich kann es ganz gut genießen, wenn wir hier mal nicht wandern oder Radfahren. Zu Hause in München ist Luisa mit ihrer neuen Liebe. Hubert und ich haben sie zwar noch nicht kennen gelernt, aber schon ganz schön viele Fantasien und Vorurteile zu der Person. Hubert stößt sich total an dem non-binär. Für ihn wäre es völlig in Ordnung, wenn Luisa mit eine lesbischen Frau zusammen wäre, aber das non-binäre empfindet er als total abwegig. Hinzu kommt, dass sie/er auch vegan lebt und seit 8 Monaten krank geschrieben ist wegen unklaren Schmerzen. Das schürt zudem noch einige Vorurteile. Luisa ist ein Mädchen, das ausgesprochen gerne Fleisch und Fisch und Käse und Butter isst. Wie Hubert übrigens auch. Also die Konflikte sind vorprogrammiert. Ich bin ganz froh, dass Hubert und ich so gerne zusammen kochen und essen und diesbezüglich keinerlei Unverträglichkeiten oder andere Ernährungsphilosophien befolgen. Außer dass wir beide inzwischen viel Wert auf gute Produkte legen, meisten Bio oder regional kaufen. Das gemeinsame Kochen und Essen war in meinen Beziehungen immer schon wichtig, es ist so sinnlich und ist eine freudige und verbindende Beschäftigung. Im Moment ja umso wichtiger, weil man nicht Essen gehen kann. Ansonsten habe ich schon ein paar Weihnachtsgeschenke bestellt. Ich schäme mich, es zu sagen, aber das meiste über Internet oder Amazon. Lieber würde ich die Sachen vor Ort in der Stadt kaufen, aber oft gibt es dort nicht das, was ich will. Aber ein paar Kleinigkeiten werde ich noch die nächsten Wochen direkt besorgen. Hubert und ich haben uns die letzten Jahre nichts zu Weihnachten geschenkt. Wir hatten den Hl. Abend ja auch nicht miteinander verbracht. Und da er direkt nach Weihnachten am 27.12. Geburtstag hat, habe ich mit dem Geburtstagsgeschenk eh eine Aufgabe. Wie wir es dieses Jahr halten, haben wir noch nicht besprochen.

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3 Antworten

  1. Heike sagt:

    Nichts zu schenken ist zwar nüchtern, aber entlastend, es sei denn, es gibt eine Idee. Eure Vorbehalte und Bedenken bzgl. der neuen Liebe finde ich lustig. Ernährungsphilosophien als neues Störungsbild unserer Zeit umstellen uns im nächsten Umfeld und zwingen zu Auseinandersetzung mit all diesem Quatsch. Auch werdende Mütter werden ja heute schon dazu erzogen. Non-binär = genderqueer? Braucht das die Welt? Wichtig finde ich, dass alle, die bisher nicht vorkamen, jetzt ein Recht auf eine diverse Identität und einen Platz in der Gesellschaft bekommen. Nur komisch, dass es auf einmal so wahnsinnig viele sein wollen.

  2. Renate sagt:

    Vegan und non-binär. Da glaube ich auch, dass das viel Potential für Reibereien gibt. Sowohl für deinen Mann, der sich Sorgen um seine Tochter macht und für die Tochter, die bisher anders gelebt hat. Ich habe übrigens auch bei Amazon und Remember meine Weihnachtsgeschenke bestellt.

  3. Beate sagt:

    Alina hatte in ihrer veganen Phase einen Faible für Attila Hillmann . Sein Kochbuch lag dauernd in der Küche rum schlimmer noch: sie zelebrierte seine Gerichte, fand ihn bahnbrechend für ein besseres Leben Die vegane Kost rief bei ihr Mangelerscheinungen hervor, den Typ findet sie inzwischen schrecklich. (Essens-)moden sollte nicht allzuviel Bedeutung beigemessen werden. Der/ die non-binär(e) Partner(in) hat es sicher gar nicht leicht mit ihrer Rollenfindung. Übrigens: Wär ich am Schliersee, ginge ich zu Slyrs 🙂

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