Vanillekipferl

Gestern die Jugend, heute das Alter. Mittag bereits bei Mama gewesen, die zahnlos und im Nachthemd in der Küche saß. Wie verändert sie da ausschaut. Sie hat sich gleich gewaschen und angezogen. Mit Luzie klappt das gut, auch das Duschen, was bei Marta oft problematisch ist. Luzie hat sich über meine aussortierten Weihnachtssachen riesig gefreut. Mama und sie haben die letzten Tage Plätzchen gebacken. Den Teig für die Vanillekipferl hat Marta noch gemacht. Mama hat sie geformt, ganz klein und zart. Sie hat Luzie korrigiert und ihr gezeigt wie sie sein müssen. Die Butterplätzchen, so Mama, sind viel zu dick. Recht hat sie. Unsere Mutter hat den Teig für die Plätzchen immer ganz dünn ausgerollt, was ich sehr mochte. Die Frau eines Verstorbenen hat mir jahrelang Plätzchen ins Hospiz gebracht. Ich mochte diese Frau und schätzte die Geste, die Plätzchen dick und groß, bekamen meine KollegInnen. Bevor der Feierabendstress in der U-bahn einsetzt bin ich gegangen. Die U 3 hatte wieder Ausfälle und dann bin ich auch noch eine Station zu früh ausgestiegen. Obwohl alles anders ausgeschaut hat bin ich nach oben gefahren und gleich wieder runter. Irgendwann kam ich dann doch zuhause an.

 

 

 

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Dass Luzie mit deiner Mutter bäckt finde ich wunderbar. Dass deine Mutter dabei dogmatisch wird? Wie viele Mütter, finde ich. Jede erhebt ihre Backweise zur Doktrin, wenn sie denn bäckt. Oft habe ich von den Gaben profitiert, die du bekamst. Aber diese dicken Brummer waren auch nicht gerade meine Favoriten, eher Gabis. Auch Michaels Mutter wird „ganz wichtig“, wenn sie sagt, wie`s geht. Schön für sie und schade für mich, dass Luzie deinen Weihnachtschmuck mochte.

  2. Beate sagt:

    ..ich bekomme auch gleich Lust zu backen! und ich schau, dass ich dünne Plätzchen hinbekomme!

  3. Ines sagt:

    Ich glaube, wir haben auch genaue Vorstellungen, wie die Plätzchen oder das Gemüse zu sein haben, groß, klein, dick, dünn. Das haben alles älteren Leute, wozu ich uns schon zähle.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert