20-12-26-CoTaBu-Anderszeit – Telefondate+Schwarze Spinne
Durch den Mangel an Besuch fehlt der Zwang, aus diesen Tagen „danach“ irgendwas zu machen. Dieses Nichts darf unbeobachtet geschehen, was mir sonst immer peinlich war. Sowohl gestern als auch heute nicht die geplanten Festtagsspeisen zubereitet bzw. zubereiten lassen, sondern einfach Nudeln gemampft, das „Eigentliche“ aufgeschoben, vielleicht auf morgen. Nach Bettlektüre bis zum Mittag einen kleinen Spaziergang gemacht. Danach Kampf mit dem PC und dem Handy, den Michael ausgefochten hat, während ich versuchte, im Hintergrund interessiert zu wirken. Nachmittags bei taubenblau-aprikotfarben-spektakulärem Himmel Telefonat mit Renate begonnen und bei abendlichem Sternenhimmel beendet. Jetzt, nach Tatort, gehe ich ins Bett. Den Aetasfrauen einen Gemeinschaftstext aus ihren Texten fabriziert und geschickt. Anni am Telefon Weihnachtsgeschichten vorgelesen. Sie hat adäquat reagiert, gut zugehört (kommentiert) und es tatsächlich geschätzt. Ich widme mich jetzt der „Schwarzen Spinne“ von Gotthelf. Wie konnte man uns das als 15, 16-Jährigen als Schullektüre zumuten!? Ich habe das als DIE Pestgeschichte in Erinnerung. Allen Vorspann, alles historisch und gesellschaftlich Relevante hatte ich vergessen. Im Umgang mit Corona bin ich sooft daran erinnert. Ich habe mir das Buch im Hospiz ausgeliehen, wo ganze Kassetten mit Klassikern der Literatur als Spenden abgeliefert werden. Wann immer ich etwas suche: sie sind stets unberührt. Ich glaube, außer mir interessieren diese Dinge dort keinen Menschen. Heute vor 48 Jahren habe ich Ingo kennengelernt.
Ich finde, du hast den Tag gut ausgenutzt. Aus dem Hintergrund interessiert wirken ist lustig. Ich hoffe, Michael hat den Kampf gewonnen.
Gemeinschaftstext doch noch geschafft, trotz großer Widerstände und dieser ellenlangern Texte, die deine Schreiberinnen eingereicht haben. Vorlesen am Telefon scheint sich etabliert zu haben. Gute Idee
Ich kann mich gar nicht mehr an die schwarze Spinne erinnern! Wenn ich aus Frankfurt zurück bin, liest du sie mir bitte dann vor? Wie schön, dass Anni aufmerksam zugehört hat!
Ich lese sie dir gern vor. Aber sie hat 80 Seiten. Ich hatte gehofft, du könntest mir sagen, in welcher Klasse das gewesen sein könnte!