Omijannisylvester

Sirena liegt in Großhadern. Bandscheibenvorfall der ärgsten Sorte. NotfallOP steht an. Janni will nicht zu mir kommen, ich soll bei ihr wohnen, sagt sie. Ich will mich nicht ein weiteres Mal auslassen über Sirena’s ständige Überforderung ihrer Kräfte. Ihre Kollegen sagen das über sie, Janni hat erzählt, dass sie exzessiv geputzt und die Wohnung schön gemacht habe, ihre Rückenschmerzen tagelang ignoriert habe. Ich will ihr schon mal keinen weiteren Vorwurf dafür machen, weil ich vor zwei Wochen ein langes Gespräch mit unserem Direktor hatte. Es gibt bei uns eine Kollegin, bei der viele befürchten, dass sie eines Tages schlapp machen wird, weil sie sich permanent übernimmt. Wir haben lange darüber gesprochen, dass manche Menschen einfach nicht aus ihrer Haut  können, und ob es eine Bevormundung ist, wenn man von ihnen fordert, sie sollen einen Gang runter schalten.

ich bin einfach sehr traurig, dass es Sirena so schlecht geht, dass ihre Gesundheit seit längerer Zeit Schaden nimmt, weil sie so rücksichtslos zu sich selbst ist, sich dauernd so viel abverlangt. Mache mir Sorgen, wie es mit ihr weitergehen wird. Sylvester also mit Janni allein. Wunderkerzen auf dem Balkon anzünden, ihr Lieblingsessen kochen, Spieleabend, vielleicht ein Film. Wir schicken Euch ein Selfie…

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4 Antworten

  1. Heike sagt:

    Ach Beate, das ist wirklich übel! Gott sei Dank haben sie dich, und Gott sei Dank habt ihr ohnehin viel miteinander vor, insbesondere dieses Silvester! Tatsächlich ist es wahnsinnig nervig, übergriffig und allem voran unnütz, jemandem zu raten, „mal runterzuschalten“. Sind es doch richtig tief sitzende innere Programme, die dem zugrunde liegen. In Heiligenfeld war ich genau aus solchen Gründen. Dort konnte man sich im Rahmen des gesamten therapeutischen Gruppenprozesse genau damit auseinandersetzen und im Spiegel der anderen reflektieren. Aber das muss man wollen und den Zeitpunkt selber erkennen. Arme Sirena.

  2. Ines sagt:

    So ein Mist. Ich gebe Heike Recht, dass es nichts hilft, wenn andere einem sagen, du sollt weniger machen. Darauf muss jeder selber kommen. Wie gut, dass du jetzt da bist. Aber was würden deine Mädels eigentlich machen, wenn du mal nicht da sein solltest?

    • Beate sagt:

      Ich denke seit Jahrzehnten „jetzt bin ich mal dran!“ und manchmal gelingt das auch. Aber gerade jetzt, wo es Sirena so schlecht geht und Janni nach diesem Höllensommer gute Momente braucht, bin ich mit allen Fasern meines Herzens bei den beiden.

  3. Renate sagt:

    Ich wäre auch da für meine Tochter und Enkel. Es ist eine schwierige Situation für euch Drei. Dieses Jahr fordert dich sehr. Hoffe die OP geht gut.

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