Kontakt mit Anja

Wir sind in München geblieben dieses Wochenende. Heute sind wir zum Spazieren gehen nach Solln gefahren und von dort aus in den Forstenrieder Park gegangen. Da war ich noch nie. Es gibt so viele Ecken in und um München, die mir völlig unbekannt sind. Solln ist ein alter Ort mit kleinem Zentrum, sehr beschaulich. Viele hübsche Häuser mit Gärten. Ich könnte mir vorstellen, dass die Lebensqualität und -zufriedenheit dort sehr hoch ist. Du hast alles vor Ort, auch die Isar und der Park nicht weit entfernt. Die Wege waren aber noch sehr vereist und der Wind schneidend kalt, so dass wir relativ bald den Heimweg angetreten haben. Zurück in der Wohnung leckere Brotzeit und das inzwischen traditionelle Mittagsschläfchen auf dem Sofa, für Hubert der schönste Teil des Tages. Ich mag das auch sehr, aber bin danach oft nicht so frisch, sondern hänge ein bisschen in den Seilen.  Eine Freundin aus Kinder und Jugendtagen hat sich bei mir gemeldet. Wir schreiben uns jetzt jeden Tag ein bis zwei whatsapps und erzählen uns unser Leben und tauschen Erinnerungen und Fotos aus. Die Freundin, Anja, ist eine richtige Pferdenärrin. Schon als wir Kinder waren hat sie mich zu ihren Pflegepferden mitgenommen und so manches mal musste ich dann reiten, obwohl ich dem Pferd ausgeliefert war und mich nur habe durchschütteln lassen und darauf gehofft, dass ich nicht runter falle. Als Jugendliche hat sie sich dann selber ein Pferd gekauft. Ich hatte meinen ersten Freund und so haben sich unsere Wege dann nicht mehr groß berührt. Inzwischen ist sie auch Psychologin und Psychotherapeutin in eigener Praxis. Sie hat sich einen alten Hof gekauft und lebt dort mit vielen Tieren zusammen, natürlich auch mit Pferden. Durch den Austausch mit ihr kommen gerade so viele Erinnerungen an die Zeit hoch. Auch an ihr Elternhaus, in dem ich oft war. Ihre Mutter Alkoholikerin und schwere Raucherin, schon damals deutlich gezeichnet, immer wieder für ein paar Wochen auf Entzug, was dann Kur genannt wurde. Trotzdem die Fassade einer recht wohlhabenden Familie mit schönem Haus und Garten. Sie schreibt, bei mir zu Hause hätte es gesunde Strukturen gegeben und einen respektvollen Umgang, das hätte sie sich für ihre Familie gewünscht. Ich hingegen habe etwas neidisch darauf geschaut, dass sie ein großes eigenes Zimmer hatte und schon immer Haustiere und eigentlich alles bekommen hat, was sie sich gewünscht hat. Im Keller gab es eine Tiefkühltruhe mit Eis und einen Kühlschrank mit Softdrinks, jederzeit zugänglich für die Kinder. Sie schrieb, ihre Eltern seien an ihren Süchten gestorben, schon vor langer Zeit und dass es eine Erlösung war.

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3 Antworten

  1. Heike sagt:

    Das ist sehr erfüllend, wenn so eine alte Freundschaft auflebt und Gegenwart bekommt. Ich kann richtig mitgehen bei dem, was du schreibst. Ich habe das zwar nicht täglich mehrmals, aber in letzter Zeit doch regelmäßig mit Dodo. – Solln muss sehr schön sein, aber ich glaube, auch elitär und versnobt. Oder ist es nur ein Vorurteil?

  2. Renate sagt:

    Solln hat sehr schöne Ecken. Zu langer Mittagschlaf macht nicht frisch. Ich kann mir genau vorstellen wie du auf dem Pferd gesessen hast.

  3. Beate sagt:

    Auf ein Pferd gesetzt zu werden, auf dem es sich nicht kommod anfühlt, das kenne ich auch! Wir hatten wohl alle einmal ein Alter, wo es da eine Freundin gab, die mit Pferden das Glück schlechthin verband. Schön, dass Ihr Euch nah seid!

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