Pirogen und Masken, 76 Jahre Auschwitz-Befreiung

Alina hatte zu Weihnachten viel bei mir gekocht. Von ihr hergestellter Teig für Pirogen ist bis heute im Kühlschrank . Deshalb rief ich sie vorhin an und fragte sie nach ein paar Rezepten. Wenn ich mit ihr übers Kochen und Wohnung einrichten rede, haben wir es immer nett und lustig miteinander. Das habe ich heute auch gebraucht, denn es gab heute mehrere Telefonate von Frauen, die wegen Corona das Leben sehr schwer haben, keine Arbeit, weil selbständig tätig, krank, vorsichtig, ja ängstlich, weil sie fürchten, dass sie einen schweren Verlauf haben könnten, wenn sie sich anstecken. Anlass irgend eine Frage wegen Masken, aber unschwer war zu erkennen, dass sie über ihre Not sprechen wollten. Als meine Telefonzeit vorbei war, habe ich mich auch privilegiert gefühlt, weil ich mit meiner sicheren Arbeit vor solchen Sorgen verschont bin. Dafür bin ich sehr dankbar. Zwischendurch hatte ich Zeit, die Gedenkstunden anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz im Bundestag anzusehen schauen. Ich weiss seit vielen Jahren um die Geschichte ihrer Familie, aber auch heute war ich sehr angefasst, als Charlotte Knobloch darüber vortrug.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

Eine Antwort

  1. Heike sagt:

    Ich habe Charlotte Knobloch in den Tagesthemen gesehen. Sie sprach im Präsens, als steige die Großmutter in diesem Augenblick in den Zug. Ich denke, aus Sicht der Traumatherapie eine Katastrophe, sich derart ungeschützt in solchem Rahmen auszusetzen; es war deutlich spürbar, was es mit ihr macht und was sich da überträgt. – Ich fürchte, die Angst vor Corona ist die eine, die möglichen Spätfolgen eine andere Sache, die wir vermutlich nicht richtig realisieren. Ines, so wie du, schrieb über die Dankbarkeit einer gesicherten Existenz. Das weiß ich auch sehr zu schätzen. – So bekommt deine Sprechstunde noch einen Anteil Telefonseelsorge.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert