21-01-28-CoTaBu-Ein Tod aus heiterem Himmel: arme, arme Jacci!
Als ich gestern den Blog schloss warf ich noch einen Blick in meine Emails. Dort erwartete mich eine erschütternde Nachricht. Die Mutter von Jakobs Freundin, von der er sich kurz nach Simons Tod getrennt hat, nachdem sie ihm engstens beigestanden hatte, die auch bei der Todesnachricht bei ihm war, ist im letzten Sommer gestorben. Jacci war inniger mit ihr als es Jakob zusagte. Er hätte ins Elternhaus mit einziehen sollen, in die Dachgeschosswohnung, es hätte gebaut werden sollen, alles Dinge, die Jakob einschnürten wie ein lähmendes Unglück. Ihre allzuenge Bindung war wohl ein Hauptgrund für die Trennung; zuwenig Eigenleben, zuviel Zerrissensein. Im letzten Sommer soll die Mutter mit einem Virus ins Krankenhaus gekommen sein – nicht Corona! Eine Woche später sei sie einer Embolie erlegen, keine Vorerkrankung. Jacci hatte auf meinen Geburtstagsgruß reagiert. Ich halte mich ewig zurück, um nicht Salz in alte Wunden zu streuen. Sie schrieb, sie habe sich nicht getraut, mich zu „belasten“, hätte sich überhaupt solange nicht gemeldet. Noch im Schockzustand gerade das erste Weihnachten, den ersten Geburtstag überstanden! So wie Jacci Simon, habe ich die Mutter nur dreimal gesehen, einmal auf Simons Beerdigung. Eine warmherzige, kreative Frau. Jakob war ihnen als Schwiegersohn spürbar zu verschraubt, sie sind schlicht und geradeaus, wenig Sinn für Lebenswege ohne Bausparvertrag. Ich bin aufgelöst, ohne mit ihr verbunden gewesen zu sein, einfach für Jacci. Sie dürfte im Alter zwischen uns „Älteren“ und Ines liegen. Und wenn ich mich Tag und Nacht mit dem Tod beschäftige, mich mit ihm ins Einvernehmen setze: Er holt sich unverhofft wie auch immer wann auch immer wen auch immer. Damals hat sie mir ein Trostbüchlein mit Anstreichungen geschickt. Die hätten ihr beim Tod ihrer eigenen Mutter so geholfen. Wer konnte ahnen, wie bald ich dieses Büchlein mit der Handschrift der Mutter zurücksenden würde? Ein früher, jäher Tod. Ich werde mich mit den plötzlichen Toden nie anfreunden. Welche Gnade, wer sich vorbereiten darf!
Das ist furchtbar. Arme Jacci. Ich habe sie noch vor Augen, hab sie zweimal gesehen.