21-02-16-CoTaBu-K`s Abschied, Nasenbluten, Rückschlag+Abstreichen
Heute war Katharinas Abschied. Es ist, als ginge eine Ära zu Ende. Jetzt bin ich die Älteste. Katharina in ihrer stoischen Art hat sich verhalten und Übergabe gemacht wie immer. Dann aber haben wir alle sie doch zum erstenmal weinen sehen, was nichtmal nach dem Tod ihres Mannes je passiert ist. Es gab Pizza, auch Riesenschüsseln mit Quark, wie sie betonte, Magerquark. Auf Nachfrage, zugeflüstert: mit viel Creme fraiche und Sahne. Viel wichtiger natürlich: Andy sang und spielte „mhm mhm“ von den Crash Test Dummies – umgedichtet auf sie – so ergreifend! Gregor hielt eine wunderschöne Rede. Sie selber hat natürlich auch was gesagt, wobei es sie dann gründlich zerlegte, sie hatte nicht wie ich schon mit Taschentüchern vorgesorgt. (Natürlich muss ich an dich, Renate denken, der Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht hat). Kein Auge blieb trocken. Als ich unter der Maske mein Näslein tupfen wollte war es nicht die laufende Nase vom Weinen, sondern beidseitiges Nasenbluten. Um nichts zu versäumen habe ich mir mit Servietten die Nase zugehalten und blieb dabei. Unter lauter Pflegenden kamen von allen Seiten Kistchen mit Tüchern und Coolpacks. Der Abschied ist mir wohl zu Kopf gestiegen. Ich musste vor dem kulinarischen Teil eine Pause einlegen, um das zur Ruhe zu bringen. – Weitere Nachrichten: Eine Kollegin hat Wiedereingliederung nach 8-monatiger Krankheit, 4 Monate davon in der Psychiatrie. Sie kommt wie aus einer anderen Welt. Das Manische ist gedämpft, ruhiger ist sie erträglicher. – Frau T., deren Mann den Umzug nach Bulgarien plant, hatte am Sonntag einen Krampfanfall, ist sehr zurückgeworfen, kann derzeit nicht (mehr) laufen. Bekommt Medikamente, die sie die ganze Zeit nicht gebraucht hat. Alles steht in Frage. Manchmal genügt es, dass Pläne nur in der Luft liegen, und die Verschlechterung folgt auf den Fuß. – Gestern wurde ich ins Abstreichen eingewiesen. Habe schon an Gregor und Sonja „praktiziert“!!
Donnerwetter!!!! Dann praktizierst du also auch schon. Durch die Nase oder am Rachen? Sehr rührend, wie eure Abschiede im Hospitz gefeiert werden. Mit Essen, Rede und Tränen. So schön. Wie das wohl wird, wenn du mal Abschied feierst?
Durch die Nase!
Ich habe heute intensiv an Katharina gedacht. Heute war also ihr letzter Tag. Wenn ich da an meine Freistellung denke macht es mich schon sehr traurig, wie es gelaufen ist.
Das hab ich befürchtet, als ich schrieb, und es tut mir auch so leid! Aber es war auch kein „Fest“, so wie wir es von vorher kannten.
Ich kann mir jetzt vorstellen, wie erschütternd so ein Lebewohl ist. Es geht ja ein Lebensabschnitt zu Ende , den man wider besseres Wissen ewig wähnte.