Radfahren und einTelefonat
Vormittag Wohnung gemacht, dann mit dem Rad zu Vollkorner. Ist das eine Freude wieder radeln zu können. Kurze Teepause. Nach Aubing geradelt. Wollte in die Aubinger Lohe und war auch schon da, bin dann doch lieber wieder Richtung Untermenzing geradelt, allerdings machte ich einen großen Bogen, so dass ich eine ordentliche Kilometerzahl zusammenbrachte. Meine Augen juckten, das heißt die Pollen fliegen bereits. Euphrasia Augentropfen genommen. Mit meiner Mutter telefoniert. Sie sagte ich soll aufpassen und mich nicht überanstrengen. Ich erklärte ihr dass alles wieder gut ist, nur gestern war ich nicht ganz auf dem Damm. Sie sagte es dann wieder und ich habe das Thema gewechselt. Wie bei Michaels Mutter, bei der Erklärungen auch nicht greifen. Ich bin natürlich Mamas Sorgenkind. Wenn ich etwas habe und sei es nur leichten Husten oder Schnupfen ist sie alarmiert, anders als bei Eva. Das sind alte Geschichten. Ich hatte einige Lungenentzündungen und eine offene TBC und war damals ein Jahr im Sanatorium. Das bleibt in ihrem Gedächtnis, auch wenn ich schon 66 Jahre alt bin. Ein gemütlicher Tag war das heute und die „alte“ Zufriedenheit kehrt wieder ein.
Ein Jahr im Sanatorium, das ist ja erschreckend. Warst du da noch ein Kind? Wenn ja, kann ich verstehen, dass deine Mutter sich immer schnell Sorgen macht. Das prägt sich ein. Schön, dass du zum Radeln und auch zu deiner inneren Gelassenheit zurückgefunden hast
Das sitzt, wenn ein Kind so zerbrechlich war. Ist auch schön und gut so, finde ich. Jedes Kind bringt seine ganz eigenen Sorgen und „Themen“ mit in die Welt. Zählst du jetzt Fahrradkilometer?
Mamas Sorgenkind, das kann ich mir heute gar nicht vorstellen, so sportlich und stets in Bewegung, wie ich Dich erlebe. Wie gut ist es doch, wenn manche Anfälligkeiten im Laufe der Jahre einfach vergehen.