Eintönige Arbeitstage
jetzt sind schon zwei Abende vergangen, an denen ich mich abends ins Bett gelegt habe, ein wenig auf meinem Laptop die Serie „In Therapie“ weiterschauen wollte und nach zehn Minuten tief und fest eingeschlafen bin. Damit das heute nicht wieder so ist, schreibe ich, bevor ich arte streame. Es ist ja schon ein wenig öde, der Wechsel zwischen Arbeit und abendlichem Fernsehen. Gut an der Arbeit im Gesundheitsministerium ist, dass ich jetzt viel von der Verwaltung, der Umsetzung der neuen Verordnungen mitbekomme, mich jeden Tag eine volle Stunde auf den neuesten Stand bringen kann und Austausch mit den Kollegen habe. Heute hatte ich auch noch ein kurzes Gespräch mit Margarete, die Grundschullehrerin, die unzählige Überstunden macht, weil sie noch zusätzlich Emails beantwortet. Wir waren uns einig, welche Quellen hilfreich sind und welche weniger- und, dass es sehr spürbar ist, dass vielen Leuten die Geduld ausgeht. Heute hatte ich viele sehr unangenehme Beschwerdeanrufe, es gibt oft einen bestimmten Anlass, der sozusagen das Fass zum Überlaufen bringt, so zum Beispiel heute bei einem Mann, der seine alte, sehr kranke Mutter nicht im Tutzinger Krankenhaus besuchen darf. Einer, der sich als vermögend, früher staatstreu im Laufe des Gesprächs vorstellte und auch zunehmend realisierte, dass er bei mir einfach seinen Frust ablässt. Mal schauen, wann ich mürbe werde, bis jetzt halte ich dergleichen Anrufe noch ganz gut aus. Doch am Abend fühle ich mich ausgelaugt und sehne mich nach Couch und Fernsehen.
Es ist nachvollziehbar, dass du nach einem Tag voll Beschwerdeanrufe nicht mehr viel Kraft hast. Couch und TV ist wohl das Abendprogramm von sehr vielen Menschen derzeit, so auch bei mir.
Ich sehe auch mehr fern als sonst! Ich weiß bis heute nicht, was streamen bedeutet. – Da kann ich gleich hier weitermachen mit Fragen, zum Beispiel ob du den Beschwerde- oder Rechtsweg kennst, den wir einschlagen könnten nach einem Jahr das-Heim-von-Anni- nicht-betreten bei Abstrich, Abstrich, Abstrich – falls es dir vielleicht geläufig sein sollte. Entschuldige, ist leider nur halb scherzhaft gemeint