21-03-14-CoTaBu-Thomas, der Prediger – Zeit-Lesen + Lotte Lenya

Hauptereignis des Tages war mein Gottesdienstbesuch, um Thomas zu hören. Heute waren auch seine Prüfer da. Ich habe ihm hinterher geschrieben, sie könnten vergessen haben, weswegen sie da waren. Genauso war es wohl. Er schrieb: Woher weißt du das? Seine Gedanken haben mich in Bann gezogen, ich habe aufgehört nachzudenken, wie ich ihn finde, was er körpersprachlich ausdrückt und ich fand, er hat eine religiöse Sehnsucht berührt. So könnte es auch denen ergangen sein, die ihn beurteilen sollten. Der Pfarrer von heute, der seine Predigt schon im Frühgottesdienst gehört hatte, fand sie zu lang. Thomas ist cool genug und ganz bei sich, und sagte, als er mich vorher kurz an meinem Platz besuchte, er könne das jetzt auch nicht mehr ändern. Das Schöne ist, dass er zwar ein Konzept hat, aber auch währenddessen sichtbar denkt, nicht etwa Fertiges abliest. Es ging um Nikodemus. Thomas sprach über Gericht; Licht und Finsternis; Gut und Böse, wie er es interpretiert. – Hinterher Frühstück bei Michael mit Wimmersemmeln, die wir oft im Sommer nach dem Schwimmen holen. Den Nachmittag – im Gegensatz zu Beates vielen Zeitungen – mit immer derselben Zeit gekämpft, mit der ich nie fertig werde. Da kommt mir dieser saulangweilige Hemingway mit „Paris, ein Fest fürs Leben“ entgegen. Den will ich nicht weiterlesen. Einmal titscht er mit Brot seine Soße auf, einmal trinkt er den halben Café créma aus, nachdem er ausgekühlt ist, stellt ihn ab, nimmt sein Notizbuch und fängt an zu schreiben…so geht das dahin. Zwischendurch nichtssagende Dialoge. Unerträglich.- Vorher Wahlergebnisse, dann Porträt über die schräge, unvergleichliche Lotte Lenya.

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3 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Diesen Thomas würde ich auch gerne mal predigen hören. Meist schalte ich bei der Predikt in der Kirche ab. Vielleicht würde ich bei ihm dabei bleiben. Zeitung kann man auch oberflächlich lesen. Und nur manche Artikel gründlich.

  2. Renate sagt:

    Wenn die Prüfer da waren heißt das, dass Thomas jetzt Diakon ist. Ich kenne mich mit kirchlichen Dingen nicht aus. Ich kann ihn mir sehr gut bei seiner Predigt vorstellen, diesen feinen Menschen. Die Zeit zu lesen, braucht Urlaub.

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