21-03-17-CoTaBu-Zoomsingen auf dem Prüfstand – ist es das Richtige?

Beim Zoomsingen habe ich heute schon recht früh angefangen, auf die Uhr zu schauen. Schade, dass Beate in ihrem Luxussessel bei mir auf Seite zwei war, Renate aber auf Seite eins, ich wie immer neben Dagmar, aber Renate schrieb: sie auch. Wie geht das? Ich stelle fest, dass es mir an Ekstase mangelt. Andere hält es kaum auf dem Stuhl, sie schwelgen in einer Woge aus Musik, Liebe und Glückseligkeit. Dazu bin ich denn doch zu nüchtern. Seit ich Renates „das nervt mich“ im Ohr habe, was die ewigen Wiederholungen betrifft, halte ich sie selber auch schlechter aus. Ich muss gestehen, dass ich heute vor dem Treff das Musikforum Blutenburg nach seinem Chor abgesucht habe. Er scheint von Jakobs Gitarrenlehrer geleitet zu werden, ein etwas elitärer, sehr strengklassischer Lehrer. Ich will einfach singen. Ich habe Freude, wenn ich die jeweils andere Stimme halten kann, mich selber gut höre und es Harmonie ergibt. Mich strengt an, wenn Rhythmus, „Logik“ und Struktur des Liedes nicht ohne Weiteres erkennbar sind, solche Lieder sind dabei. Bei manchem wünschte ich, sie hätten nicht nur zwei Zeilen. Ich realisiere jedesmal, dass sie noch verbotene Wörter wie Indiander oder Eskimos sagt. Manchmal wünschte ich mehr Abwechslung. Was ist los? Warum bin ich nicht ZUFRIEDEN, einfach dabeisein zu dürfen? Vielleicht ist es mit dem Klang wie mit Berührung. Dass ich den Klangteppich spüren will wie kürzlich diese verbotenen Umarmungen.

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2 Antworten

  1. Ines sagt:

    Das Zoomsingen scheint jede Teilnehmerin in der Illusion zu wiegen, den Ehrenplatz neben der Leitung zu haben. Auf diese Weise denkt jede, sie ist im Fokus aller anderen. Diese Illusion habt ihr gestern platzen lassen. Ich war zwar noch nie dabei, aber das Singen in einem leibhaftigen Chor vermittelt sicher mehr das Gefühl eines Klangteppichs. Sehr lustig, aus deinem Mund zu hören, dass du zu nüchtern bist. Dieses Adjektiv hatte ich dir bisher nie zugeordnet.

  2. Renate sagt:

    Wir haben heute am Telefon über das Singen gesprochen. Die Kehle tut auch mir weh. Ich denke das Tönen reicht nicht zum aufwärmen. Manche Teilnehmerinnen sind gänzlich weggetreten.

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