Mittwoch nach meinem Geschmack
Meinen freien Mittwoch wieder mit der ersten Tasse Kaffee im Bett begonnen, ein Ritual, das ich sehr schätze, insbesondere, wenn ich alleine bin. Nach dem Frühstück online Yoga, wie immer ganz okay. Dann Bäder putzen und saugen. Gegen 12 ruf ich meistens meine Eltern an, weil die Physiotherapie meiner Mutter dann vorbei ist und das Mittagessen noch nicht begonnen hat. Mein Vater ist begeistert von Wandas Kochkünsten und ist traurig, dass sie nicht bleiben kann. Ein Ersatz stellt sich demnächst vor. Meine Mutter ist sehr schwach und ich kann sie kaum verstehen, aber wir reden immer ein bisschen über das politische Tagesgeschehen. Ich wundere mich immer, dass sie bestens informiert ist. Es ist besonders schön, wenn wir mal zusammen über irgendetwas lachen können. Dann Einkaufen im Bioladen und Edeka. Schnelles Mittagessen gekocht und danach ein bisschen gechillt. Ich habe mein Tagebuch durchgeblättert und war überrascht, dass der Sommer eigentlich voll von Verabredungen und auch Restaurantbesuchen war. Ich empfinde es manchmal so, als wären wir schon seit einem Jahr im Lockdown, aber das kommt mir nur so vor. Wenn ich auf die aktuelle Coronasituation schaue, wird mir schwer zumute. Viele machen jetzt Jens Spahn verantwortlich, das finde ich ein bisschen ungerecht, denn für viele Rückschläge kann er eigentlich nichts. Dadurch, dass jetzt auch Wahlkampf ist, wird natürlich jede Fehlentscheidung fürchterlich hoch gekocht. Ich bin zwar keine CDU-Wählerin, aber die Oppositionsparteien nerven mich mit ihrem quegeligen Kritiken. Nachmittags noch meine geliehenen Bücher in die Bibliothek zurück gebracht und bei dm eingekauft. Zu Hause ausgiebig geduscht und Körperpflege betrieben. Jetzt sitze ich ganz frisch duftend in meinem Zimmer und schreibe. Nachher noch mit Hubert Salat essen. Der Abend ist noch offen. Meistens bleiben wir nach der Tagesschau irgendwo hängen oder lesen. Da wir die Süddeutsche unter der Woche online herunterladen, kann man am Abend bereits die Zeitung von morgen lesen. Das mache ich immer im Schnelldurchlauf und suche mir einige Artikel, die ich ganz lese. Freitag und Samstag freue ich mich dann auf die Papierzeitung, macht mehr Spaß als es auf dem Smartphone zu lesen.
Erstaunlich, wie genau du den Tagesablauf deiner Mutter aus der Ferne kennst. So wie wir die unseren gegenseitig! Beates Vater sagte mal auf die Frage seiner Pflegerin, was ein Wunder sei? Ein Wunder sei, wenn es bei ihr schmecke. Darüber lache ich seit mindestens 10 Jahren. Die Unerbittlichkeit, mit der sich nicht nur die Opposition, sondern die Medien auf alles stürzen, was nicht 100% ist, macht (mich) krank.
Das waren noch gute Zeiten mit Verabredungen, Essen gehen. Ich habe auch das Gefühl dass es schon ewig nicht mehr geht. Mich regen die Oppositionsparteien so auf. Sollen es erstmal besser machen. Spahn steht so unter Beschuss, jetzt auch wegen Astra. Jetzt haben sich Intensivmediziner auf seine Seite gestellt.