Krank sein und Aussicht auf Bielefeld

Den ganzen gestrigen Tag auf dem Sofa und im Bett verbracht mit meiner krassen Schnupfennase. Hubert hat sich um alles gekümmert und ich konnte mit gutem Gewissen mich dem Nichts-Tun hingeben und die von ihm bereiteten Mahlzeiten essen und dann wieder aufs Sofa rollen. Heute gehts es mir schon deutlich besser, die Nase läuft nicht mehr, ich muss nicht mehr oft schnäuzen, aber mein Kopf brummt noch und ein bisschen Halsweh ist auch dabei. Ich habe mich entschieden, morgen noch zu Hause zu bleiben. Die erste Krankmeldung seit einem Jahr. Trotzdem habe ich dabei immer ein schlechtes Gewissen. Am Heikelsten ist dabei, die erste Patientenfamilie zu erreichen, bevor sie von zu Hause losgefahren sind. Die Sekretärin kommt um halb  8 und kann dann frühestens dort anrufen. Die Patienten fahren aber oft übermäßig früh von zu Hause los, aus Angst, zu spät zu kommen. Hinzu kommt, dass ich wegen des übervollen Kalenders keine Ersatztermine zeitnah anbieten kann. Krank sein ist bei meiner Arbeit nicht vorgesehen. Niemand vertritt mich. Heute haben wir nach dem Frühstück in Schliersee alles zusammengepackt, das Haus ordentlich verlassen und nach München gefahren. Beim Aufbrechen und Ankommen sind wir ein eingespieltes Team. Hier angekommen kleine Mittagsbrotzeit und wieder mal ein Schläfchen auf dem Sofa. Im Moment schlafe ich echt viel, scheinbar braucht mein Körper das. Zur Erkältung kommt hinzu, dass mich die Kälte draußen und die deprimierende Corona-Situation ein bisschen runter ziehen. Das Leben bietet im Moment keine richtigen Höhen oder Abwechslungen an. Jeder Tag ist recht ähnlich und die Abende unterscheiden sich kaum voneinander. Aber: Nächste Woche fahre ich nach Bielefeld. Eigentlich wollten Hubert und ich zusammen fahren und im Hotel übernachten, aber das Hotel hat schon abgesagt. Jetzt bleibt das Übernachten bei meiner Schwester in deren kleinen Gästezimmer auf einem schmalen Ausklappsofa. Deshalb tendiere ich dazu, alleine zu reisen. Vielleicht ist es eh besser, wenn die Familie unter sich ist.

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2 Antworten

  1. Renate sagt:

    Es ist sicher gut wenn du dir den morgigen Tag noch gönnst. Besser richtig auskurieren, als einen Rückfall zu riskieren. Dass dich das mit deiner ersten Patientenfamilie stresst verstehe ich gut. Hoffentlich wird sie rechtzeitig erreicht.

  2. Heike sagt:

    Dass du eindeutig krank bist und es noch dazu seit einem Jahr tabu ist, in so einem Zustand unter Menschen zu gehen mildert hoffentlich das Dilemma ab, dass schlimmstenfalls jemand umsonst anrereist kommt. Sehr belastend! Schade, dass nichtmal die verschobene Reise nach Bielefeld reibungslos klappen will.

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