21-06-02-CoTaBu-Coronamüde und Fortsetzung der Schatzsuche

Ich kann nicht schlafen. Hatte schon ein Bier und sogar ein Tavörchen. Schreibe mir jetzt mitten in der Nacht den Tag von der Seele. Der war ätzend inhaltslos, Coronafolgen klingen nicht ab, ich finde nicht in den erfüllten, vielgestaltigen Hospizalltag zurück, sondern kreuche auf absteigendem Ast. Man soll nicht meckern und jammern. Ich muss aber. Auch hängt mir Corona, allem voran die Maske entsetzlich zum Hals heraus. – Zu den Ereignissen des Tages. Noch einmal tischte ich in der Übergabe das Thema CDs und DVDs auf. Heute saß Mirjam dabei. Sie hatte auf Ingrids energisches Geheiß, gemeinsam mit Claudia, das Zimmer unseres rauchenden Geizkragens geräumt und alles weggeschmissen. Mirjam sagte, sie habe dreimal nachgefragt! Da es keine Angehörigen gebe (ich hatte Töchter und eine Exfrau angegeben, die keinen Kontakt wollten, und einen Stiefsohn mit Kontakt!) hielt Ingrid die Mülltonne für den Ort der Wahl. Also beschloss ich, unverzüglich die Tonne auf den Kiopf zu stellen; Mirjam war sofort dabei, sie wusste ja, wonach wir suchen mussten; die „kleine Sonja“ fragte, ob sie das Ganze „mit der Kamera begleiten dürfe“, wir krümmten uns vor Lachen, verbaten uns Letzteres aber. Die andere Sonja als die größte war sofort zur Stelle. Die Tonnen waren ungeleert; wir wuchteten den zentnerschweren Müllsack mit CDs nebst anderem Unrat und einen Rollkoffer voller DVDs heraus. Da der Transport längst über die Bühne ist weiß ich, was ich am WE vorhabe: einen Ausflug nach Freising zur Exfrau, die ihrerseits im Betreuten Wohnen am Sauerstoff hängt. Es war zwar nicht mein, sondern Ingrids Fehler, aber ich fühle mich dafür verantwortlich. Diese Eindrücke mischten sich in die Sitzung bei unserer ungarischen „Gutsherrin“ zum Thema Vollmacht. Vorwiegend ging es um….Hinterlassenschaften!

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3 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Sehr skurril, wie ihr in der Mülltonne nach CDs wühlt. Klingt eigentlich nach Spaß am Arbeitsplatz. Die Maske hängt mir auch zum Hals raus, aber ohne würde mich noch nicht sicher fühlen.

  2. Renate sagt:

    Ein Glück dass die Tonnen noch nicht geleert waren. Masken werden uns noch lang begleiten, denke ich.

  3. Beate sagt:

    was bleibt von dem Menschen? ein Müllsack voll CDs und ein Rollkoffer, vielleicht kann die Exfrau was damit anfangen! Aber wie toll von Dir, dass Du zu ihr nach freising fährst!

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